25.04.2014
Nigeria: „Das ist der letzte Christ hier“
In den letzten Tagen ist es im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas – in Nigeria – wieder zu blutigen Anschlägen der islamischen Terrororganisation Boko Haram gekommen. In den letzten drei Jahren sind ihnen mindestens 5.000 Menschen zum Opfer gefallen, die meisten von ihnen Christen. Auch Habila Adamu sollte wegen seines Glaubens sterben. Ein Beitrag von Matthias Pankau aus idea
Nigeria: „Das ist der letzte Christ hier“
In den letzten Tagen ist es im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas – in Nigeria – wieder zu blutigen Anschlägen der islamischen Terrororganisation Boko Haram gekommen. In den letzten drei Jahren sind ihnen mindestens 5.000 Menschen zum Opfer gefallen, die meisten von ihnen Christen. Auch Habila Adamu sollte wegen seines Glaubens sterben. Ein Beitrag von Matthias Pankau aus idea
„Wir wollen, dass du Allah anbetest“
Bis vor einem halben Jahr lebte Habila Adamu zusammen mit seiner Frau und dem 4-jährigen Sohn in Yobe, einem Bundesstaat im Norden Nigerias. Dort stellen Muslime die Bevölkerungsmehrheit. Neben seiner Arbeit als Angestellter war er auch als Sprecher bei einem christlichen Radiosender engagiert. Das missfiel seinem muslimischen Chef, der ihn deswegen vor zwei Jahren feuerte. Um seine Familie weiter ernähren zu können, machte sich Habila Adamu mit Hilfe eines Kredits selbstständig – zunächst mit einem kleinen Laden, später mit einer Zeltvermietung. Sein Geschäft wurde von einem muslimischen Mob zerstört, seine Zelte liehen radikale Muslime aus, um sie anschließend zu verbrennen.
„Ich bete, dass ihr Jesus kennenlernt“
Dann kam jener Abend im letzten Oktober. „Wir waren nach dem allabendlichen Stromausfall gegen 22 Uhr ins Bett gegangen“, erinnert sich der 45-Jährige. „Da sahen wir Taschenlampen am Haus entlangstreifen, und plötzlich hörten wir eine Stimme, die rief: ‚Nigerianische Armee, komm heraus!‘“ Es waren aber keine Soldaten, die schon kurz darauf im Wohnzimmer standen, sondern Mitglieder der islamistischen Gruppe Boko Haram. In den Händen hielten sie Gewehre. Der Anführer erklärte dem Familienvater: „Habila, wir wollen dich nicht töten. Wir wollen nur, dass du Allah, den wahren Gott, anbetest.“ Habila entgegnete: „Und ich bete darum, dass ihr Jesus kennenlernt, der euch liebt und sein Leben für euch gegeben hat.“ Insgesamt dreimal forderte der Anführer Habila auf, Christus zu verleugnen und ein Bekenntnis zu Allah zu sprechen. Als Habila das wieder ablehnte, schoss ihm ein Bandenmitglied ins Gesicht. Wie sich später herausstellen sollte, riss das Projektil dabei einen Teil des rechten Unterkieferknochens weg.
„Das ist der letzte Christ hier“
Im Glauben, ihn getötet zu haben, ließen die Islamisten Habila Adamu in einer riesigen Blutlache liegen. Seine Frau warnten sie, niemanden zu informieren; anderenfalls würden sie sie und den Jungen ebenfalls erschießen. Noch während sie über ihrem vermeintlich toten Mann weinte, flüsterte er ihr mit matter Stimme zu: „Ich bin nicht tot.“ Als die Schüsse draußen leiser wurden, holte Habilas Frau die muslimischen Nachbarn zu Hilfe und bat sie, ihren Mann in die nächste Klinik zu fahren. Im Auto hörte Habila die Männer sagen: „Das ist der letzte Christ hier.“ Alle anderen Christen in der Umgebung waren in der Nacht von den islamischen Terroristen getötet worden. Im Krankenhaus hieß es nur, Habila habe keine Überlebenschance. „Lasst ihn liegen, das ist ein hoffnungsloser Fall“, hörte er eine Schwester sagen. Gegen Abend wurde er auf Veranlassung eines Partners der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK, Uhldingen/Bodensee) in die Großstadt Jos in eine Spezialklinik transportiert. In mehreren Operationen, die die HMK finanzierte, wurde sein Gesicht wiederhergestellt. Inzwischen lebt er mit seiner Familie an einem relativ sicheren Ort im Süden Nigerias. Seinen Peinigern hat er vergeben: „Sie wissen nicht, was sie tun. Aber Jesus liebt auch sie.“