29.04.2014
Nepal: Neues Testament für die Sherpas
Projekt des Missionswerks Wycliff nach 45 Jahren abgeschlossen
Nepal: Neues Testament für die Sherpas
Projekt des Missionswerks Wycliff nach 45 Jahren abgeschlossen
Kathmandu (idea) – Die Sherpas in Nepal können jetzt das Neue Testament in ihrer Muttersprache lesen. Am 29. April wurde in der Hauptstadt Kathmandu eine Ausgabe in Sherpa übergeben, teilte das Missionswerk Wycliff Deutschland (Burbach bei Siegen) mit. Die rund 155.000 Angehörigen des Volkes – sie leben zum Teil auch in China und Indien – sind vor allem dafür bekannt, Bergsteiger aus aller Welt auf die höchsten Gipfel im Himalaya zu begleiten. Am 18. April waren bei einem Lawinenunglück am Mount Everest 16 Bergführer getötet worden. Die Sherpas beschlossen daraufhin, in dieser Saison keine Lasten mehr bei Expeditionen auf den mit 8.848 Metern höchsten Berg zu tragen. Der Volksstamm ist mehrheitlich buddhistisch. Der Anteil der Christen wird auf 0,2 Prozent geschätzt. Von 1969 bis 1975 erforschten Burkhard und Heiderose Schöttelndreyer von Wycliff Deutschland die Grammatik der Sherpa-Sprache und erstellten einen Erstentwurf des Markusevangeliums. Ein koreanisches Team führte zusammen mit Sherpa-Mitarbeitern die Übersetzung des Neuen Testaments zu Ende. Nach Angaben des Werkes gibt es in Nepal 125 Sprachen. Die Bibel oder ein Neues Testament liege bisher in 38 Sprachen vor. Von den 26,5 Millionen Einwohnern des Himalaya-Staates sind 75 Prozent Hindus, 16 Prozent Buddhisten, fünf Prozent Christen und vier Prozent Muslime.