08.02.2014
Algerien: Christen werden noch im Tod diskriminiert
24-jähriger Student durfte nicht auf einem öffentlichen Friedhof bestattet werden
Algerien: Christen werden noch im Tod diskriminiert
24-jähriger Student durfte nicht auf einem öffentlichen Friedhof bestattet werden
Algier (idea) – Christen werden in manchen islamischen Ländern auch noch im Todesfall diskriminiert. Das zeigt ein aktuelles Beispiel in Algerien. Dort hat sich eine Kommune geweigert, einen jungen Christen auf dem öffentlichen Friedhof zu bestatten. Zur Begründung hieß es, eine Beerdigung sei nur nach muslimischen Bestattungsregeln erlaubt. Die Familie des Studenten Lahlou Naroubi in Chemini in der nordalgerischen Kabylei bestattete den 24-Jährigen daraufhin auf einem privaten Grundstück, berichtete das Hilfswerk Open Doors, das sich für benachteiligte und verfolgte Christen einsetzt. Eine solche Diskriminierung ist kein Einzelfall. 2011 hatten sich die Behörden in Akbou – ebenfalls in der Kabylei gelegen – geweigert, eine christliche Beerdigung zuzulassen. Begründung: „Der Islam duldet keine Bestattung von Ungläubigen neben Muslimen.“ Damals spendete eine örtliche Kirchengemeinde ein Stück Land für das Grab. Nach Angaben der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Mittleren Osten leben in Algerien bis zu 365.000 Christen – überwiegend ehemalige Muslime. Das sind etwa 1,5 Prozent der 32,4 Millionen Einwohner. Die übrigen sind fast ausschließlich Muslime.