11.02.2014

Myanmar: Gauck mahnt Religionsfreiheit an

In dem südostasiatischen Land werden auch Christen verfolgt

Myanmar: Gauck mahnt Religionsfreiheit an

In dem südostasiatischen Land werden auch Christen verfolgt

Rangun (idea) – Bundespräsident Joachim Gauck hat sich bei seinem Staatsbesuch in Birma für Religionsfreiheit und Frieden zwischen den verschiedenen Volksgruppen eingesetzt. Jeder Bürger müsse seinen Glauben leben können, ob er Buddhist, Christ, Muslim oder Hindu sei, sagte er vor Studenten an der Universität von Rangun. Besonders besorgt zeigte sich das deutsche Staatsoberhaupt über die anhaltende Gewalt gegen die etwa eine Million Angehörigen der muslimischen Volksgruppe Rohingya. Sie gelten nicht als einheimische Bürger. Das südostasiatische Land stand seit 1962 unter einer Militärdiktatur, das den Buddhismus als Staatsreligion betrachtete. 1989 gaben die Herrscher dem Land gegen die Proteste der Birmanen den Namen Myanmar. Im Jahr 2011 wurde der vorherige Premierminister, General Thein Sein, zum Staatspräsidenten ernannt. Seither befindet sich das Land im Übergang zur Demokratie.

Manche Volksgruppen sind stark christianisiert

Von den 55 Millionen Einwohnern Birmas sind rund 70 Prozent Buddhisten, 8,7 Prozent Christen, 3,6 Prozent Muslime und 2,6 Prozent Hindus. Der Rest besteht aus Anhängern von Stammes- und Naturreligionen. Rund ein Drittel der Bevölkerung Birmas zählt zu Minderheitenvölkern, die teilweise nach Autonomie streben und deshalb von der Zentralregierung verfolgt wurden. Dazu gehören etwa die Chin, eine etwa 500.000 Angehörige zählende Volksgruppe im westlichen Bergland. Durch die frühere Missionstätigkeit von US-Amerikanern sind seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis zu 90 Prozent von ihnen Christen geworden, die meisten Baptisten. Ferner leben rund sieben Millionen Karen an der Grenze zu Thailand; mindestens 40 Prozent von ihnen sind Christen. Viele Christen gibt es auch unter den Volksgruppen der Kachin und Karenni.