11.02.2014

Nordkorea: Tauziehen um Freilassung eines US-Christen

Kenneth Bae wurde vom Krankenhaus in ein Straflager verlegt

Nordkorea: Tauziehen um Freilassung eines US-Christen

Kenneth Bae wurde vom Krankenhaus in ein Straflager verlegt

Pjöngjang/Washington (idea) – Das Tauziehen um die Freilassung des in Nordkorea inhaftierten US-Christen Kenneth Bae hält an. Der 46-Jährige war am 3. November 2012 in der Hafenstadt Rajin im Nordosten des Landes unter dem Vorwurf verhaftet worden, er plane einen Umsturz. Später wurde er zu 15 Jahren Straflager verurteilt. Von China aus hatte er als Reiseführer Touristen nach Nordkorea begleitet. Bae leidet an mehreren Krankheiten, darunter Diabetes und Nierensteinen. Vor wenigen Wochen war er von einem Krankenhaus in ein Arbeitslager verlegt worden. US-Präsident Barack Obama forderte beim Nationalen Gebetsfrühstück am 6. Februar in Washington die Freilassung des Christen. „Die Vereinigten Staaten werden alles in ihrer Macht stehende tun, um seine Freilassung zu erreichen, denn Kenneth Bae verdient es, ein freier Mann zu sein“, sagte der Präsident vor rund 3.000 Teilnehmern aus über 130 Ländern.

Hoffnung auf baldige Freilassung schwindet

Die Hoffnung auf ein Einlenken des Regimes in Pjöngjang ist jedoch durch Baes Verlegung in ein Straflager geschwunden. Jetzt verlangt die kommunistische Regierung zunächst die Entsendung des US-Sonderbotschafters für humanitäre Angelegenheiten, Robert King. Als Grund werden die angekündigten gemeinsamen Manöver Südkoreas und der USA genannt. Pjöngjang sieht die Militärübungen, die vom 24. Februar bis 18. April stattfinden sollen, als Kriegsvorbereitung an. Das 24 Millionen Einwohner zählende Nordkorea gilt als Land mit der schärfsten Christenverfolgung. Sie werden als Staatsfeinde betrachtet, weil sie Gott verehren und nicht die Herrscher-Dynastie von Diktator Kim Jong-Un. Menschenrechtler schätzen, dass mindestens 30.000 Christen in Straflagern gefangen gehalten werden; etwa 100.000 versammeln sich im Untergrund. Offiziellen Angaben zufolge sind von den 24 Millionen Einwohnern Nordkoreas etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Es gibt vier staatlich kontrollierte Kirchen.