17.02.2014
Deutschland: Grüne wollen kein "Weihnachten im Schuhkarton"
Sauerland: Mendener Grüne machen Front gegen die christliche Hilfsaktion
Deutschland: Grüne wollen kein "Weihnachten im Schuhkarton"
Sauerland: Mendener Grüne machen Front gegen die christliche Hilfsaktion
Berlin/Menden (idea) – Darf in einer sauerländischen Stadt an Kindertagesstätten und Schulen künftig nicht mehr für die christliche Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ geworben werden? Darüber wird der Kinder- und Jugendhilfeausschuss in Menden bei Iserlohn entscheiden. Durch die Aktion der Organisation „Geschenke der Hoffnung“ (Berlin) werden bedürftige Kinder in Osteuropa und Zentralasien mit Paketen beschenkt. Die Vorsitzende der Grün-Alternativen Liste (GAL), Ingrid Ketzscher, hatte in dem Ausschuss eine Überprüfung durch die Stadtverwaltung gefordert. Bei „Weihnachten im Schuhkarton“ handele es sich um eine Aktion mit christlich-fundamentalistischem Hintergrund. Wie Ketzscher sagte, hatten sich bei ihr Eltern beklagt, die mit dem missionarischen Anliegen der Organisation nicht einverstanden sind. Der zuständige Fachbereichsleiter Jugend und Soziales der Stadt, Dieter Michel, sagte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass der Ausschuss in seiner nächsten Sitzung am 26. Februar eine schriftliche Empfehlung der Verwaltung erhalten werde. Vorher spreche er noch mit der örtlichen Leiterin der Aktion.
Kritik an Heft mit biblischen Geschichten
An einer von „Geschenke der Hoffnung“ organisierten Informationsveranstaltung am 13. Februar hatten rund 70 Personen teilgenommen. Das teilte der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Hilfswerkes, Tobias-Benjamin Ottmar (Berlin) auf idea-Anfrage mit. Die Diskussion sei sehr kontrovers gewesen. So hätten Teilnehmer kritisiert, dass mit dem Karton auch ein Heft mit biblischen Geschichten – wenn die Partnergemeinden vor Ort dies möchten – angeboten werde. Außerdem seien die Inhalte an manchen Stellen nicht kindgerecht formuliert. Dazu Ottmar: „Man kann sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, was manche Formulierungen angeht. Aber insgesamt betrachtet wird durch die Aktion das Leben von vielen Kindern positiv beeinflusst.“ Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ wird von zahlreichen Prominenten unterstützt, darunter Papst Franziskus, dem Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Michael Diener (Kassel), und der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Seit 1993 haben über 100 Millionen Kinder ein Weihnachtspaket durch die Aktion erhalten. In Deutschland, Österreich, Liechtenstein sowie Teilen der Schweiz und Italiens wurden 2013 insgesamt 493.288 Päckchen mit Kleidung, Spielsachen, Schulmaterialien, Hygieneartikeln und Süßigkeiten gesammelt.