18.02.2014
Pakistan: Öffentliche Steinigung
Ein Imam verhängt die Todesstrafe wegen Ehebruchs - vermeintliches Liebespaar zu Tode gesteinigt
Pakistan: Öffentliche Steinigung
Ein Imam verhängt die Todesstrafe wegen Ehebruchs - vermeintliches Liebespaar zu Tode gesteinigt
Islamabad (idea) – In Pakistan sind eine Frau und ein Mann als Strafe für angeblichen Ehebruch zu Tode gesteinigt worden. Der 25-jährige Daraz Khan und die 27 Jahre alte Hayat Bibi waren von ihrem Ehemann bei der Affäre erwischt und bei einem Imam im Distrikt Loralai in der Provinz Baluchistan angezeigt worden. Er verfügte die Steinigung nach dem islamischen Religionsgesetz, der Scharia. Pakistanischen Zeitungsberichten zufolge wurden die beiden von Dorfbewohnern am 13. Februar öffentlich gesteinigt. Bibi habe zuschauen müssen, wie ihr angeblicher Geliebter zu Tode kam, bevor sie selbst mit Steinen beworfen wurde, bis sie starb. Der Ehemann, der Imam und vier weitere Tatverdächtige wurden festgenommen. Im Zuge der Ermittlungen sollen die Leichen exhumiert werden, um die Todesursache festzustellen. Nach Angaben der Londoner Zeitung „The Times“ ist die Steinigung in Pakistan und 14 weiteren muslimischen Ländern legal – aber nur, wenn ein ordentliches Gericht die Strafe verfügt. Dies sei hier nicht der Fall gewesen. Andere Formen sogenannter „Ehrenmorde“ wegen Ehebruchs seien in Pakistan nichts Ungewöhnliches. Die Polizei schreite meist nicht ein. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.
Jesus und eine versuchte Steinigung
Im Neuen Testament ist auch von einer versuchten Steinigung die Rede, bei der Jesus zugegen war (Johannes-Evangelium, 8,1-11). Jüdische Schriftgelehrte und Pharisäer brachten eine Frau zu ihm, die beim Ehebruch erwischt worden war, und befragten ihn, was er zu der vom mosaischen Gesetz gebotenen Steinigung sage. Jesus antwortete: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Daraufhin gingen die Ankläger fort. Jesus fragte die Frau schließlich, ob sie niemand verdammt habe, und sagte: „Dann verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige nicht mehr.“