26.02.2014
Iran und Nordkorea: „Menschenrechtsverletzer unter sich“
IGFM kritisiert Beziehungen zwischen Teheran und Pjöngjang
Iran und Nordkorea: „Menschenrechtsverletzer unter sich“
IGFM kritisiert Beziehungen zwischen Teheran und Pjöngjang
Frankfurt am Main (idea) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert die gegenseitige politische Unterstützung Irans und Nordkoreas. Damit seien „Menschenrechtsverletzer unter sich“, kommentiert die IGFM ein Treffen des iranischen Außenministers Mohammed Javad Zarif mit dem stellvertretenden Außenminister Nordkoreas, Ri Gil Song, am 24. Februar in Teheran. Dabei unterstrich Zarif die Entschlossenheit der Islamischen Republik, eine nachhaltige Beziehung zu den kommunistischen Machthabern in Pjöngjang aufzubauen. Er versprach auch Hilfe bei einer Wiedervereinigung des Landes. Ri Gil Song sagte im Gegenzug Unterstützung für „die friedliche Atompolitik des Iran“ zu. Man habe Sanktionen gegen den Iran immer abgelehnt, so Ri Gil Song. „Dass Teheran in der Außenpolitik Gemeinsamkeiten mit Nordkorea entdeckt, zeigt erneut, dass das zurzeit gemäßigte Auftreten des iranischen Regimes gegenüber dem Westen eine Farce ist“, so die IGFM (Frankfurt am Main). Das Interesse der Weltöffentlichkeit richte sich meist auf die Atomprogramme, während das Vorgehen gegen Regimegegner in den Hintergrund rücke. So leisteten schätzungsweise 80.000 bis 120.000 politische Häftlinge in nordkoreanischen Lagern Zwangsarbeit, verbunden mit Hunger und Folter. Auch im Iran seien Hunderte, wenn nicht Tausende politische Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Zudem habe es in beiden Ländern im vergangenen halben Jahr zahlreiche Hinrichtungen gegeben. „Dass der Iran bilaterale Verbindungen zu einem Regime pflegt, gegen das die UNO Beweise für Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesammelt hat, ist völlig inakzeptabel und lässt auch wenig Hoffnung auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage im eigenen Land aufkommen“, so IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.
Beide Regimes setzen Christen unter Druck
Das 24 Millionen Einwohner zählende Nordkorea gilt als Land mit der schärfsten Verfolgung von Christen. Weil sie Gott verehren und nicht die Herrscher-Dynastie von Diktator Kim Jong-Un, gelten sie als Staatsfeinde. Menschenrechtler schätzen, dass mindestens 30.000 Christen in Straflagern gefangen gehalten werden; etwa 100.000 versammeln sich im Untergrund. Auch das iranische Mullah-Regime setzt Christen unter Druck. Betroffen sind vor allem ehemalige Muslime, die Christen geworden sind. Der Religionswechsel ist Muslimen nach dem islamischen Religionsgesetz, der Scharia, untersagt und kann mit der Todesstrafe geahndet werden. Zahlreiche protestantische Pastoren sitzen hinter Gittern. Die Gesamtzahl der Konvertiten zum christlichen Glauben im Iran wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen. Von den 76,4 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime.