28.02.2014
Ukraine: Blockierte Hilfsgüter freigegeben.
In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse in der Ukraine überschlagen. Danke vielmals allen, die sich für die Ukraine im Gebet einsetzen. Die Gebete zeigen Wirkung und es gibt hoffnungsvolle Zeichen. Ein angeblich geplantes Massaker im grossen Stil blieb aus. HMK schreibt: Soeben erhielten wir von einem unserer Partner aus der Ostukraine die Nachricht, dass monatelange blockierte Hilfsgüterlieferungen aus der Schweiz freigegeben wurden. Hoffnung und Zuversicht Nachdem letzte Woche Dutzende von Demonstranten in Kiew von Scharfschützen erschossen wurden, setzte das ukrainische Parlament den bisherigen Präsidenten ab. Als Übergangspräsident bis zu den vorgesehenen Wahlen am 25. Mai 2014 wurde der Christ (!) Alexander Turtschynow gewählt, der zwischendurch auch als Pastor einer Baptistengemeinde in Kiew amtiert. (http://de.wikipedia.org/wiki/Olexandr_Turtschynow)
Erstmals seit Jahren besteht die Hoffnung, dass ehrlichere und hoffentlich auch „gottesfürchtigere” Menschen in hohe Staatsämter berufen oder gewählt werden. Das Land steht an einem Scheideweg, und mit unseren Gebeten können wir diesen Prozess positiv beeinflussen! Viele Gesetze werden im Moment geändert, abgeschafft oder neu geschrieben. Danke, dass Sie im Gebet für die Ukraine einstehen.
Pläne zum Angriff auf den Maidan entdeckt
Bei der früheren Privatresidenz «Meschihiria» des untergetauchten Ex-Präsidenten ukowitsch seien brisante Dokumente (http://yanukovychleaks.org/) gefunden worden, schreibt die NZZ am 26. Februar 2014. Laut diesen Dokumenten hätten die Berkut-Sondereinheiten zusammen mit weiteren Spezialtruppen des Innenministeriums und Scharfschützen sowie rund 20‘000 Angehörigen der regulären Polizei den Kiewer Unabhängigkeitsplatz angreifen sollen. Warum es nicht dazu kam, ist bisher unklar.
Blutiger Dienstag (20.02.2014)
Ukrainischer Pastor erzählt
Einer der ukrainischen HMK-Partner – ein Pastor in der Ostukraine – schildert die Geschehnisse der letzten Tage wie folgt:
„Gott alle Ehre! Soeben habe ich die Nachricht erhalten (27. Februar 2014), dass der ukrainische Zoll die Hilfsgüterlieferungen aus der Schweiz, die bei uns monatelange blockiert waren, freigegeben hat!!! Halleluja, wir preisen Gott von ganzen Herzen und sind so glücklich! Wir können weiter arbeiten. Gotte sei alle Ehre! Das ist eine grosse positive Veränderung und einen riesen Segen! Unsere Hoffnung und unsere Gebete waren nicht umsonst.“ In den letzten Tagen überschlugen sich die Ereignisse. Lassen Sie mich Ihnen die Dinge aus meiner Sicht erzählen: Am 18. Februar befahl der inzwischen abgesetzte Präsident, den Unabhängigkeitsplatz in Kiew zu säubern. Spezialeinheiten attackierten Zivilisten; es war ein grauenhaftes Massaker! Auf Demonstranten wurde schamlos eingeprügelt. Freunde von mir waren selbst dort und ich hatte grosse Angst. Ich rief sie an und ermutigte sie, ununterbrochen zu beten. Aber sie befürchteten das Schlimmste.
Demonstranten kaltblütig erschossenDann gab die Regierung den Befehl, das Feuer auf die Menschen zu eröffnen. Scharfschützen liquidierten kaltblütig ihre Mitmenschen. Sie erschossen junge Ukrainer. Junge Männer, die an vorderster Front bei den Barrikaden standen und sich gegen Tyrannei und Diktatur einsetzten. Ich habe immer noch Tränen in meinen Augen…mehr als 80 Menschen wurden ermordet…das ist eine Tragödie.
Der Präsident geriet international unter Druck und machte gegenüber der Opposition Konzessionen: Die inhaftierte Oppositionsführerin kam frei, die Verfassung von 2004 wurde wieder eingesetzt und vorgezogene Wahlen wurden versprochen. Doch diese Konzessionen konnten das Volk nicht beruhigen, sie forderten den Rücktritt des korrupten Präsidenten, des Killers seiner eigenen Landsleute. Dann tauchte er unter.
Interimspräsident ist ein Baptist
Welche Freude, dass der vor einigen Tagen gewählte Übergangspräsident Alexander Turtschynow ein Baptist ist! Wir haben neue Hoffnung! Es scheint, als hätten die Politiker verstanden, dass das Volk genug hat von Menschen, die ihre eigene Bevölkerung berauben und verspotten.
Spezialfall OstukraineDoch hier im Osten der Ukraine haben viele Menschen ein anderes politisches Verständnis als im Westen des Landes. Es ist eine sehr stark atheistisch und kommunistisch geprägte Region und viele Menschen haben ein mangelndes Demokratieverständnis. Sie wollen nach kommunistischen Regeln leben wie zu Zeiten der Sowjetunion und sie würden nach wie vor ein diktatorisches Regime wie das bisherige einem demokratischen Staat vorziehen. Hier ein kleines Beispiel: Am 22. Februar tagte das Parlament meiner Region. Als ein Abgeordneter das „Vater Unser“ beten wollte, wurde er kurzerhand aus dem Parlamentsgebäude verjagt.
Für uns als christliche Gemeinde ist diese Situation nicht einfach und es ist noch so vieles unsicher. Wir werden nicht aufhören zu beten, dass Gott unser Land verändert, dass ehrlichere und gottesfürchtigere Politiker an die Macht kommen und dass Stabilität einkehrt. Bitte beten Sie mit uns! Gott segne Sie.”
Quelle: HMK Newsmail 5/2014