02.01.2014
Ägypten: Die Angst der Christen wächst
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen vor dem orthodoxen Weihnachtsfest
Ägypten: Die Angst der Christen wächst
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen vor dem orthodoxen Weihnachtsfest
Kairo (idea) – In Ägypten werden vor dem orthodoxen Weihnachtsfest am 6. und 7.Januar die Sicherheitsmaßnahmen für Kirchen und Klöster verstärkt. Es wird befürchtet, dass radikal-islamische Milizen, die mit der Muslim-Bruderschaft in Verbindung stehen, Anschläge planen. Zudem soll am 8. Januar der Prozess gegen den im vorigen Jahr abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi fortgesetzt werden. Katholischen Medienberichten zufolge soll der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. Kontakt mit dem Innenministerium aufgenommen haben. Die Militärregierung plant demnach eine umfassende Sicherung der Weihnachtsgottesdienste. Straßen vor Kirchen und Klöstern werden besonders überwacht. Als verdächtigt gelten etwa in der Nähe abgestellte Fahrzeuge. Den Kirchen sollen ferner Geräte zum Aufspüren von Sprengkörpern zur Verfügung gestellt werden. Vorgesehen ist zudem, dass Pfadfinder Personenkontrollen vornehmen. Menschenansammlungen vor und nach den Gottesdiensten seien möglichst zu vermeiden. In Ägypten kommt es immer wieder zu gewalttätigen Angriffen extremistischer Muslime auf Kirchen und christliche Einrichtungen. Lebhaft in Erinnerung ist noch ein Terroranschlag auf die koptisch-orthodoxe Kathedrale in der Hafenstadt Alexandria in der Neujahrsnacht 2011. Dabei waren 24 Menschen getötet und 97 verletzt worden. Die schätzungsweise bis zu zehn Millionen orthodoxen Kopten bilden unter den rund 83 Millionen meist muslimischen Einwohnern Ägyptens die größte Kirche. Hinzu kommen etwa 300.000 Mitglieder der koptisch-evangelischen Kirche, 200.000 Katholiken und mehr als 100.000 Mitglieder von Pfingstgemeinden, Brüdergemeinden sowie anglikanischen Gemeinden.