21.01.2014

Indonesien: Religiöse Gewalt verbreitet sich zunehmend

Jakarta (Fides) – Intoleranz und Gewalt auf religiöser Basis ist in Indonesien zunehmend verbreitet: 2013 gab es insgesamt 222 Episoden der Gewalt in 20 Provinzen, 7 mehr im Vergleich zum Vorjahr, als es nur in 13 Provinzen zu Gewalt kam. Dies geht aus dem Bericht des Studienzentrums “Setara Institute” mit Sitz in Jakarta hervor, dass Untersuchungen und Kampagnen zu den Themen Demokratie, Menschenrechte und Religionsfreiheit durchführt. In seinem jüngsten Bericht weist das Institut darauf hin, dass die Zahl der Fälle zwar um insgesamt 16% zurückging, die Fälle der Gewalt aus religiösen Gründen jedoch unter territorialen Gesichtspunkten weiter verbreitet sind.
Man müsse dringend die Ursachen religiöser Gewalt erkennen und bekämpfen, so das Institut, das daran erinnert, dass Indonesier im Allgemeinen kulturelle, ethnische und religiöse Unterschiede “akzeptieren und schätzen”. Nach Ansicht des Instituts „ist die langsame und unangemessene Reaktion der Regierung Grund für die weitere Verbreitung der Gewalt”.
In 16 Fällen war die radikale muslimische Bewegung “Islamic Defenders Front” (FPI) für die Gewalt verantwortlich während Jugendgruppen, die mit dem „Rat der Ulema” in Verbindung stehen in 14 Fällen verantwortlich sind. Zu mehr Gewalt kam es insbesondere gegen schiitische Muslime und andere Minderheiten, darunter auch Christen. 2013 hatte auch das “Wahid Institute” darauf hingewiesen, dass “religiöse Intoleranz in Indonesien weiterhin ein ernst zu nehmendes Problem ist”.
Unterdessen versammelten sich am 5. Januar in Jakarta über 130.000 Demonstranten, insbesondere Lehrer, Erzieher uns Schüler verschiedener Religionsgemeinschaften zu einer Großkundgebung, bei der sie religiöse Toleranz und Achtung der Menschenrechte forderten. Die Kundgebung fand im Rahmen des vom Ministerium für religiöse Angelegenheiten veranstalteten ersten „Tag für das harmonische Zusammenleben der Religionen“ statt. Der Initiative schlossen sich auch Demonstranten in weiteren 17 Provinzen des Landes an. Indonesien ist weltweit das bevölkerungsreichste muslimische Land: von den rund 240 Millionen Einwohnern sind 80% Muslime. Der Anteil der Christen liegt bei etwa 11%. (PA) (Fides 18/1/2014)

 

Anmerkung Redaktion AKREF: Wer ist das Wahid-Institut, welche Ideologie steckt dahinter?

Die englische Website des Wahid-Institutes: gibt darüber folgende Auskunft:

Die Tochter von Abdurrahman Wahid fasst das Programm des Wahid-Institutes zusammen: "Tujuan The Wahid Institute sejalan dengan visi Gus Dur, yaitu membangun pemikiran Islam moderat, yang mendorong terciptanya demokrasi, pluralisme agama-agama, multikulturalisme dan toleransi di kalangan kaum Muslim Indonesia.

hier die Übersetzung:

 

Das Ziel des Wahid-Institutes entspricht der Vision von Gus Dur (Abdurrahman Wahid), nämlich ein moderates islamisches Denken zu fördern, das dazu drängt, Demokratie, religiösen Pluralismus, eine Multi-Kultur und Toleranz unter den Muslimen in Indonesien zu schaffen.

Zitat von Abdurrahman Wahid: "Israel believes in God. While we have a diplomatic relationship and recognizing diplomatically China and Russia, which are atheist states, then it's strange that we don't acknowledge Israel. This is the thing that we have to correct within Islam."

"Israel glaubt an Gott. Während wir eine diplomatische Beziehung zu China und Russland haben und diese auch diplomatisch anerkennen, obwohl sie atheistische Staaten sind, dann ist es seltsam, dass wir Israel nicht anerkennen, Das ist die Sache, die wir innerhalb des Islam zu korrigieren haben."