21.01.2014
Syrien: Genf-2 beginnt
Christliche Delegation soll an den Verhandlungen teilnehmen
Genf (Fides) – Die Nichtregierungsorganisation will “CitizenGO” die Teilnahme einer christlichen Delegation an den Friedensverhandlungen für Syrien (Genf-2) teilnehmen, die am morgigen 22. Januar beginnen. Eine entsprechende Forderung wurde in einem gemeinsamen Appell in Form einer Petition formuliert, der sich Vertreter der Christlichen Kirchen und andere Nichtregierungsorganisationen anschließen, die bei den Vereinten Nationen in Genf akkreditiert sind.
“Die christliche Religionsgemeinschaft des Landes war und bleibt die wahrscheinlich am meisten betroffenen Gruppe im derzeitigen Bürgerkrieg in dem islamistische Gruppen gegen das Regime unter Bashar al-Assad kämpfen. Nach fast drei Kriegsjahren sind rund 2.6 Millionen syrische Christen immer noch Opfer von Verfolgung, Gewalt und Einschüchterung, was die Existenz der christlichen Glaubensgemeinschaft in Syrien ernsthaft gefährdet“, heißt es in der Petition.
Vor einem solchen Hintergrund, “haben die großen Weltmächte und die Vereinten Nationen, die zu den Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien einladen, es nicht für notwendig erachtet, Vertreter der christlichen Minderheiten (die rund 12% der syrischen Gesamtbevölkerung ausmachen) zur Friedenskonferenz in Genf einzuladen”, heißt es weiter.
“CitizenGo” und andere Nichtregierungsorganisationen unterstützen deshalb die Aktion der “Christian Coalition for Syria”, die einen umgehenden Waffenstillstand und die Verabschiedung einer demokratischen Verfassung fordert, die die zahlreichen in der Region lebenden religiösen Minderheiten respektiert. Zum Schutz der Rechte und der Freiheit der syrischen Christen“ heißt es in dem Appell, „müssen Delegierte der Organisation zu den Friedensverhandlungen in Genf zugelassen werden, was ihnen bisher verwehrt wurde”.
Die Petition fordert eine solche Teilnahme in der Überzeugung, dass “die Religionsfreiheit, das erste der von der universalen Menschenrechtserklärung festgelegten Rechte”. Dabei wird daran erinnert, das in vielen Fällen bewiesen sei, dass „syrischen Christen das Grundlegende Recht auf ein freies Religionsbekenntnis verwehrt bleibt”. (PA)
Gebetskampagne begleitet Friedensverhandlungen in Genf
Damaskus (Fides) – Die Vertreter der christlichen Kirchen in Syrien laden zu einer Gebetskampagne für die Friedensverhandlungen in Genf (Genf-2) ein und wünschen ein Ende des Krieges sowie konkrete Schritte für eine nationale Aussöhnung.
In einer Botschaft, die Fides vorliegt, fordert der melkitische Patriarch von Damaskus Gregorios III. Laham, die syrischen Christen auf, gemeinsam für den Erfolg der Konferenz zu beten. Gleichsam lädt er Christen in aller Welt ein, sich diesem Gebetsanliegen anzuschließen: “Wir wollen für eine wahre Aussöhnung bei den Verhandlungen in Genf beten”, heißt es in der Botschaft wörtlich. “Der Schlüsse für den Erfolg von Genf-2 ist eine nationale Aussöhnung, die auf dem Glauben, den grundlegenden Menschenrechten, auf dem spezifischen Profil und den besonderen Werten des syrischen Volkes gründet”, so der Patriarch.
Genf-2 soll die Bildung einer “Übergangsregierung” auf den Weg bringen, an der Vertreter der amtierenden Regierung und der oppositionellen Gruppen beteiligt werden sollen. Zu den Herausforderungen, mit denen Genf-2 sich bereits im Vorfeld konfrontiert sieht gehört jedoch die Entscheidung darüber, wer das syrische Volk tatsächlich repräsentiert und welche Länder zur Teilnahme eingeladen werden.
Nach Angaben von “Middle East Concern” (MEC) “hält die Gewalt in vielen Teilen Syriens an und verursacht, Tod, Verletzungen und Traumata, wobei auch der Zugang für die Versorgung von Lebensmitteln und Medikamenten ernsthaft eingeschränkt wird. Die humanitäre Krise ist heute ein ebenso großes Problem wie die Gewalt des Konflikts”. MEC erinnert in diesem Zusammenhang auch an Entführungen und spezifische Fälle der Verfolgung “und damit religiös motivierte Gewalt gegen Christen”. Die Nichtregierungsorganisation lädt Gläubige in aller Welt ein, sich dem Gebet der syrischen Christen anzuschließen, damit die Konferenz die Krise in Syrien beenden und die Delegierten vor allem die Belange und das Wohl der syrischen Bevölkerung als Priorität betrachten. Gleichsam müssen die Lage von Millionen von Flüchtlingen in Syrien und den Nachbarländern in Betracht gezogen werden. (PA)