25.01.2014
Westeuropa: Auch Christen werden angefeindet
Dokumentationsstelle registriert seit Jahresbeginn zwölf Vorfälle in sieben Ländern
Westeuropa: Auch Christen werden angefeindet
Dokumentationsstelle registriert seit Jahresbeginn zwölf Vorfälle in sieben Ländern
Wien/Schwerte (idea) – Nicht nur in Afrika, Asien und dem Nahen Osten werden Christen wegen ihres Glaubens angefeindet, sondern auch in Westeuropa. Die „Dokumentationsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen“ in Wien hat allein seit Beginn dieses Jahres zwölf derartige Vorfälle registriert. Sie trugen sich in Frankreich, Großbritannien, der Schweiz, Spanien, Belgien, Schweden und Deutschland zu. In Frankreich wurden drei katholische Kirchen mutwillig teilweise schwer beschädigt. Opfer von Vandalismus wurden Gotteshäuser in Gensac (Südfrankreich) und im Departement Haute-Saone. Die Dorfkirche im westfranzösischen Aibre wurde angezündet. In Malaga (Spanien) wurden vier katholische Kirchen mit Aufschriften für Abtreibung versehen und Inventar beschädigt. In Belgien wurde eine Weihnachtskrippe vor einer Kirche zerstört. Im bayerischen Neumarkt (Oberpfalz) schändeten Unbekannte den Friedhof im Stadtteil Pölting. Sie rissen Holzkreuze aus Grabstellen und steckten sie verkehrt herum in den Boden. Das könnte der Polizei zufolge ein Hinweis auf Satanismus sein.
Etwa 1.000 Fälle in sechs Jahren
In Perth (Schottland) wurde der US-amerikanische Straßenprediger Tony Milano festgenommen. Er hatte öffentlich erklärt, dass die Bibel praktizierte Homosexualität als Sünde ansehe. In Basel (Schweiz) verteilen nach Angaben des Dokumentationszentrums Muslime an jedem Samstag Schriften des Islamischen Zentralbüros der Schweiz. Ein Pamphlet trete indirekt dafür ein, Christen und Juden zu töten. Ein Krankenhaus im südschwedischen Eksjoe habe einer christlichen Hebamme eine bereits versprochene Arbeitsstelle verweigert, weil sie nicht bei Abtreibungen mitwirken wollte. Die Dokumentationsstelle hat nach eigenen Angaben in den vergangenen sechs Jahren rund 1.000 ähnlicher Fälle zusammengetragen.
Antichristliche Straftaten wie antisemitische registrieren
In Deutschland plädiert der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff (Schwerte), dafür, Straftaten gegen Christen künftig in der Kriminalstatistik genauso zu kennzeichnen wie Übergriffe gegen Juden. Wer eine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis haben wolle, sollte sich ferner zur Religionsfreiheit bekennen müssen, so der Leiter der Senioren-Vereinigung von CDU und CSU in einer Erklärung. Nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden in Deutschland im Jahr 2012 über 400 Straftaten gegen Christen und Angehörige anderer nichtjüdischer Religionsgemeinschaften begangen. 19 Kirchen und vier Friedhöfe wurden damals geschändet.