26.01.2014
USA: "Haar-Erlass" beim Militär
Neue Vorschriften zum äußeren Erscheinungsbild der US-Soldaten stoßen bei religiösen Organisationen auf unterschiedliche Reaktionen
USA: "Haar-Erlass" beim Militär
Neue Vorschriften zum äußeren Erscheinungsbild der US-Soldaten stoßen bei religiösen Organisationen auf unterschiedliche Reaktionen
(AKREF) Das Verteidigungsministerium in Washington verfügte, dass Bärte, Frisuren und «Körperkunst», die aus religiöser Überzeugung getragen werden, künftig generell zugelassen sind. Dieses müsste allerdings von Soldaten bei Abweichung vom traditionellen Erscheinungsbild mit «tief empfundenen Glaubensüberzeugungen» begründet sein. Die Kampfbereitschaft und der Zusammenhalt in der Truppe dürften dadurch nicht gefährdet werden, heißt es in der neuen Dienstvorschrift.
Die Vorschriften sollten vermeintliche Diskriminierung vorbeugen und vermindern. In der Vergangenheit konnten US-Soldaten in Ausnahmefällen die Zustimmung für religiös motivierte Haar- und Barttracht erhalten, wie die Armee-Zeitung «Stars and Stripes» berichtete.
Der Bürgerrechtsverband «Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen» begrüßte die Lockerung. Muslime in Uniform könnten nun «ihre Glaubensregeln einhalten und gleichzeitig der Nation dienen». Das «Aleph Institute» in Florida, eine Organisation für jüdische Soldaten, äußerte sich ebenfalls positiv. Rabbiner Sanford Dresin sagte: "Das Pentagon habe «Respekt für Multikulturalismus» gezeigt." Hingegen äußerte sich der Verband «Sikh Koalition» skeptisch. Angehörige der Sikh-Religion schneiden Haar und Bart nicht. Sie tragen einen Turban. Die neuen Richtlinien gingen nicht weit genug, kritisierte ein Verbandssprecher. Das Turbantragen ist in der Armee immer noch verboten.
Für die Bundeswehr soll ab 1. Februar ebenfalls eine neue Dienstvorschrift, die das Erscheinungsbild von Soldaten regelt, in Kraft treten. Für sichtbare Tattos wird darin gefordert, dass sie abgedeckt werden, genauso sollen Piercings abgenommen werden. Haare und Bärte der Soldaten müssen kurz und gepflegt sein.
Quelle: jesus.de/epd