27.01.2014

Deutschland: Muslimischer Feiertag gefordert

Kurden lehnen „effekthascherische“ Forderungen ab

Deutschland: Muslimischer Feiertag gefordert

Kurden lehnen „effekthascherische“ Forderungen ab

Berlin (idea) – Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschland, Kenan Kolat (Berlin), hat die Einführung eines muslimischen Feiertags gefordert. Ferner sprach er sich für islamische Seelsorger bei der Bundeswehr, in Gefängnissen und Krankenhäusern aus. Die Kurdische Gemeinde Deutschland (Gießen) hält solche „effekthascherischen Forderungen“ für wenig hilfreich, um einen Dialog mit Staat und Mehrheitsgesellschaft zu führen. Nach Ansicht ihres Bundesvorsitzenden, Ali Ertan Toprak, muss die Integrationsdebatte entislamisiert werden. Deutschland brauche ein neues „Wir-Gefühl“. Statt einer Islamkonferenz regte er laut einer Pressemitteilung an, über eine Konferenz aller Religionen nachzudenken. Die Kurdische Gemeinde Deutschland repräsentiert Zuwanderer aus Kurdistan. Über eine Million – meist Muslime – sind aus ihren Siedlungsgebieten in Syrien, Iran, Irak und der Türkei nach Deutschland gekommen. Insgesamt leben hierzulande etwa vier Millionen Muslime.

Was können Muslime für Deutschland tun?

Auch der Vertreter der Alevitischen Gemeinde Deutschland (Köln), Yilmaz Kahraman, warnt vor Parallelstrukturen. Muslime sollten nicht nur fragen, was der Staat für sie tun könne, sondern sollten auch „schauen, was die Muslime machen können“. Der Islamwissenschaftler ist Ansprechpartner der Kampagne „Zeichen setzen!“, die sich für soziale Integration, Förderung demokratischer Strukturen und Erziehung zu Demokratie und Gewaltlosigkeit engagiert. Die Aleviten sind eine in vielen muslimischen Ländern verfolgte islamische Glaubensrichtung. Sie treten für Religionsfreiheit ein und lehnen unter anderem das Religionsgesetz Scharia ab.