01.06.2014
Nordkorea: Missionar zu lebenslangem Arbeitslager verurteilt
Festgenommen wegen der Einfuhr von religiösem Material
Nordkorea: Missionar zu lebenslangem Arbeitslager verurteilt
Festgenommen wegen der Einfuhr von religiösem Material
Pjöngjang (idea) – In Nordkorea ist ein südkoreanischer Missionar zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt worden. Der 50 Jahre alte Baptist Kim Jung Wook wurde verurteilt, weil er im Auftrag des südkoreanischen Geheimdienstes Hausgemeinden im Norden aufgebaut haben soll, um Spione anzuwerben. Er war am 8. Oktober auf dem Weg nach Pjöngjang mit Bibeln und anderem religiösem Material im Gepäck festgenommen worden. Beim Prozess am 29. Mai hatte der Staatsanwalt sogar die Todesstrafe gefordert. Am 27. Februar musste Wook vor der Presse ein „Geständnis“ ablegen. Beobachtern zufolge werden ausländische Häftlinge häufig zu öffentlichen Geständnissen gezwungen. Dies kann zu einer zügigeren Freilassung führen. Wegen Kontakten zu Wook hat das kommunistische Regime im März 33 Nordkoreaner hinrichten lassen.
Etwa 100.000 Christen in Untergrundgemeinden
Kim Jung Wook ist nicht der einzige ausländische Christ in einem nordkoreanischen Straflager. Seit November 2012 ist der 46 Jahre alte US-Amerikaner Kenneth Bae eingesperrt. Er war im Nordosten des Landes unter dem Vorwurf festgenommen worden, einen Umsturz zu planen. Er wurde zu 15 Jahren Straflager verurteilt. US-Präsident Barack Obama hatte seine sofortige Freilassung gefordert. Im März wurde der in Hongkong lebende australische Missionar John Short in seine Heimat abgeschoben. Der 75-Jährige hatte christliche Traktate in einem buddhistischen Tempel Nordkoreas hinterlassen. Nach der Rückkehr berichtete er, dass er täglich vier Stunden verhört worden sei und schließlich bekannt habe, die Gesetze Nordkoreas gebrochen zu haben. In Nordkorea ist die Verbreitung der christlichen Botschaft außerhalb von vier staatlich kontrollierten Kirchen streng verboten. Staatlichen Angaben zufolge sind von den 24 Millionen Einwohnern etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Experten schätzen, dass sich etwa 100.000 Christen in Untergrundgemeinden versammeln. Unter den bis zu 120.000 politischen Gefangenen sollen sich mindestens 30.000 Christen befinden.