01.06.2014

Sudan: Christin bald frei?

Wechselbad der Gefühle für sudanesische Christin

Sudan: Christin bald frei?

Wechselbad der Gefühle für sudanesische Christin

Für Mariam Jahia Ibrahim Ischag ist es ein Wechselbad der Gefühle. Die sudanesische Christin war wegen Abkehr vom Islam zum Tode verurteilt worden. Dies sorgte für eine weltweite Protest-Welle. Nun soll sie freigelassen werden.

Die Nachrichtenagentur dpa beruft sich bei ihrer Meldung auf einen hohen Beamten des Außenministeriums. Abdullah al-Azrag erklärte, die sudanesische Regierung habe mit dem Fall nichts zu tun. Das Gesetz erlaube den Bürgern zu glauben, was sie wollten. Mariam Jahia Ibrahim Ischags Vater ist Muslim, die Mutter aber eine orthodoxe Christin aus Äthiopien. Ischag war wegen der weitgehenden Abwesenheit des Vaters als Christin erzogen worden. Anfang der Woche hatte die junge Frau im Gefängnis eine kleine Tochter zur Welt gebracht.

Cameron sprach von barbarischem Urteil

Der britische Premierminister David Cameron nannte das Urteil des Al-Hadsch-Jusif-Kriminalgerichts „barbarisch“. Die Richter begründeten das Urteil vom 15. Mai mit Gotteslästerung und Glaubensabtrünnigkeit (Apostasie). Die Verurteilt könne dem Urteil nur entkommen, wenn sie ihrem Glauben abschwöre und zum Islam zurückkehre.

Der Mitarbeiter des Außenministeriums erklärte, das Urteil werde von einem Berufungsgericht geprüft, das den Richterspruch abändern könne. Der Anwalt der Christin äußerte sich skeptisch, sagte dpa aber, das Berufungsgericht könne den Anklagepunkt Apostasie fallen lassen. Es bleibe dann aber noch die Beschuldigung wegen Ehebruchs, weswegen sie zu 100 Peitschenhieben verurteilt worden war.

Muslime dürfen keine Christen heiraten

Im Online-Portal der Tageszeitung Die Welt hört sich dies ein wenig optimistischer an. Demnach sagte das Außenministerium am Samstag, dass die Freilassung in den kommenden Tagen erfolgen werde. In der sudanesischen Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts, darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als Ehebruch gewertet. Ischag wurde deshalb zu 100 Peitschenhieben verurteilt. (pro)

 

Von: jw

siehe auch AKREF vom

  • 28.05.2014<link arbeitskreise religionsfreiheit nachrichten einzelansicht article sudan-kirchen-fordern-todesurteil-gegen-christin-aufheben.html kirchen und wea fordern: todesurteil>Sudan: Kirchen und WEA fordern: Todesurteil aufheben!
    und Berichte seit 14.4.2014