03.06.2014

Syrien: Präsidentenwahl bedroht Helfer und Flüchtlinge

„Man wird sehen, wer überleben wird“

Syrien: Präsidentenwahl bedroht Helfer und Flüchtlinge

„Man wird sehen, wer überleben wird“

Aleppo / Frankfurt am Main (3. Juni 2014) – Nachdem ein von den katholischen Maristen-Schulbrüdern geführtes Bildungszentrum in Aleppo zum Wahllokal für die Präsidentschaftswahlen in Syrien erklärt wurde, fürchten die Ordensleute Anschläge auf das Schulzentrum. Das Gebäude dient zurzeit auch als Notunterkunft für zahlreiche Flüchtlinge, die von den Maristen versorgt werden.

Dr. Nabil Antaki von den Blauen Maristen teilte der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit: „Vor zwei Tagen berichtete ich noch, dass die Lage in Aleppo schwierig sei. Heute ist sie katastrophal. Kein Stadtviertel wurde vom Beschuss durch Mörser verschont. Es gab dutzende Tote und hunderte Verwundete. Die Hälfte der Bewohner des Stadtviertels Midane hat ihre Wohnungen verlassen und weiß nicht wohin. Viele haben bei uns, im Kloster der Blauen Maristen um Aufnahme gebeten. Obwohl wir keinen Platz mehr haben, konnten wir sie nicht zurückweisen. Wir werden morgen sehen, wie viele es bei uns sind. Zu allem Unglück soll die an das Kloster angrenzende Schule als Wahlzentrum für die Präsidentenwahl dienen. Das könnte eine Bedrohung sein! Man wird sehen, wer überleben wird.“

Die IGFM kritisiert die Wahl als eine Farce. Sie hält nichts von der Ankündigung, dass nur dort gewählt werde, wo die Militärs das Sagen haben. Denn tatsächlich mischt es überall mit. Überall werden daher Wahllokale öffnen, alleine um den Schein der freien Wahl vorzugaukeln. Praktisch wird der Gang zur Wahl aber lebensgefährlich.

  Quelle: IGFM