06.06.2014
Deutschland: Pläne für Moschee mit Minarett
Bürgerproteste gegen islamisches Monumentalbauwerk
Bretten (idea) – In der nordbadischen Kleinstadt Bretten sorgt der geplante Bau einer Moschee für Unruhe. Der Entwurf sieht ein Gebäude mit einem 25 Meter hohen Minarett am Stadteingang vor. In einer nicht-öffentlichen Sitzung im Februar hatte der Brettener Gemeinderat den Bauplatz bereits genehmigt. Als die Lokalzeitung „Badische Neueste Nachrichten“ darüber berichtete, kam es in der Bevölkerung zu heftigen Protesten. Man lehne eine Moschee nicht grundsätzlich ab, aber man halte einen so exponierten Standort für ungeeignet, hieß es in Leserbriefen. Es dürfe nicht sein, dass ein islamisches Monumentalbauwerk das Gesicht der Melanchthonstadt präge. Bretten ist der Geburtsort des Reformators und engen Weggefährten Martin Luthers, Philipp Melanchthon (1497-1560). Daraufhin forderten Vertreter von CDU und Freien Wählern eine breite Diskussion über den künftigen Platz. Der Gemeinderat vertagte eine endgültige Entscheidung mit 13 zu acht Stimmen. Die etwa 3.000 Mitglieder der islamischen Gemeinde wollen das 2,6 Millionen Euro teure Projekt mit Spenden finanzieren. Einen Lautsprecher, durch den fünf Mal am Tag der Gebetsruf erschalle, werde das Minarett nicht enthalten, versicherte der Sprecher der Moschee, Akin Batmaz.