09.06.2014
Deutschland: "Lautstark für verfolgte Christen eintreten"
Landesbischof Meister: Unsere Stimme darf sich nicht der Diplomatie anpassen
Deutschland: "Lautstark für verfolgte Christen eintreten"
Landesbischof Meister: Unsere Stimme darf sich nicht der Diplomatie anpassen
Hannover (idea) Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat die Kirchen aufgerufen, stärker und vernehmbarer für die Religionsfreiheit weltweit einzutreten. Am Pfingstsonntag machte er in einem aus der Marktkirche in Hannover von der ARD übertragenen Fernsehgottesdienst auf die Verfolgung von rund 100 Millionen Christen aufmerksam. Diese Verletzungen der Menschenrechte zerstörten die Grundlagen eines vertrauensvollen Zusammenlebens und gefährdeten den Frieden in der Welt. „Unsere Stimme muss klar sein, und sie darf sich nicht politischer Diplomatie anpassen“, so Meister. „Es ist die starke Stimme, die weder Mann noch Frau kennt, weder Herrscher noch Knechte, weder Iraker noch Deutsche, weder Türken noch Nigerianer.“ Der Landesbischof plädierte für eine dreifache Haltung gegenüber der religiösen Verfolgung: Erstens dürfe man die Augen nicht vor dem Schicksal der betroffenen Christen verschließen. Man dürfe zweitens die eigene Toleranz nicht an der Intoleranz anderer messen. Also sei es richtig, dass Muslime in Deutschland Moscheen bauen, auch wenn Christen das Recht auf eine Kirche in manchen muslimischen Ländern verweigert werde. Und man müsse drittens die häufigste Bitte bedrängter Christen erfüllen und für sie beten. Dazu zählten etwa die Verfolgten und Bedrängten in Syrien, Nigeria und im Irak.
Nigeria: „Bringt unsere Mädchen zurück!“
Meister bat besonders um Fürbitte für die im Sudan zum Tode verurteilte Christin Mariam Yahia Ibrahim Ishag, die im Gefängnis ihr zweites Kind zur Welt gebracht hat. Außerdem sollten Christen unter anderem für die Befreiung der mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria beten, die sich seit dem 14. April in der Gewalt der radikal-islamischen Terrororganisation Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) befinden. Meister rief dazu auf, in den Schrei vieler Künstler, Schauspieler und Politiker aus der ganzen Welt einzustimmen: „Bring back our girls!“ (Bringt unsere Mädchen zurück!). Die meisten der Entführten sind Christinnen.
Gebete in acht Sprachen
An dem Gottesdienst wirkten neben Deutschen auch Menschen aus Ghana, Griechenland, dem Irak, dem Kongo, Sri Lanka, Südkorea und der Türkei mit. Sie stammen aus Migrantengemeinden in Hannover und beteten in Erinnerung an das Pfingstwunder in ihren jeweiligen Sprachen. Pfingsten gedenken Christen der Ausgießung des Heiligen Geistes. Er hatte bewirkt, dass vor rund 2.000 Jahren in Jerusalem Pilger aus unterschiedlichen Ländern und Sprachen die Apostel verstehen konnten.