09.06.2014

Deutschland: Liebenzeller Pfingstmissionsfest

Respekt vor anderen Religionen

Deutschland: Liebenzeller Pfingstmissionsfest

Respekt vor anderen Religionen

Liebenzell: Christen sollen fortsetzen, was Jesus auf Erden begonnen hat

Bad Liebenzell (idea) – Zum Respekt vor anderen Religionen sind Christen beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission aufgerufen worden. Vor mehr als 4.000 Besuchern ermutigte der pädagogische Leiter des asiatischen Missionswerks „Jugend für Christus Sri Lanka“, Ajith Fernando (Colombo), dazu, die Bibel gründlich zu studieren und dann im Glauben feste Schritte auf andere zuzugehen. „Gott hat uns bestimmt, seine Füße zu sein, sein Mund, seine Hände. Wir scheinen manchmal zwar nicht so bedeutend in der Welt zu sein, aber wir setzen das fort, was Jesus, der König der Könige, auf der Erde begonnen hat, nämlich das Reich Gottes“, sagte Fernando. Er hatte sich während des 25-jährigen Bürgerkriegs zwischen hinduistischen Tamilen und buddhistischen Singalesen in seiner Heimat für die Versöhnung zwischen den Volksgruppen eingesetzt. Seit 2009 hat sich die Lage wesentlich beruhigt.

Was armen Bevölkerungsgruppen hilft

Andere Referenten berichteten von armen Kirchen in der Dritten Welt, die sich keine hauptberuflichen Pfarrer leisten können. So seien Geistliche in Sambia (Südliches Afrika) genötigt, neben ihrer seelsorgerlichen und evangelistischen Arbeit Landwirtschaft zu betreiben. Dabei bemühten sie sich, mit dem auszukommen, „was Gott in die Schöpfung hineingelegt hat“. Traditionelle Anbaumethoden seien zwar arbeitsintensiv, könnten aber die Ernährungssituation gerade der armen Bevölkerungsgruppen langfristig verbessern, sagte Dietmar Brunner, der mit seiner Familie seit 16 Jahren in Sambia lebt.

Überall werden Gemeinden gegründet

Nach Angaben des Direktors der Liebenzeller Mission, Pfarrer Detlef Krause, beteiligen sich Liebenzeller Missionare in Europa und Übersee an der Gründung von Gemeinden. Zwei Mitarbeiter würden in die südspanische Kleinstadt Alora entsandt, um evangelische Christen zu sammeln. Aus Bangladesch und Zentralasien lägen zahlreiche Einladungen einheimischer Kirchen vor. Die Einreisebestimmungen und Religionsgesetze seien aber so, „dass unsere Mitarbeiter nie wissen, wie lange sie bleiben und arbeiten können“. In Karlsruhe sei die Liebenzeller Mission am Entstehen einer chinesischen christlichen Gemeinde beteiligt.

Kritik am Todesurteil für sudanesische Christin

Kritik übte Krause daran, dass Menschen in vielen Regionen der Welt aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Christen treffe es häufig besonders hart. Es sei „ein Skandal, dass im Sudan eine junge Christin in Ketten ihr Kind zur Welt bringen muss und auf ihr Todesurteil wartet“. Der 27-jährige Ärztin Mariam Yahia Ibrahim Ishag werden Abfall vom Islam und Ehebruch vorgeworfen. Sie ist die Tochter einer orthodoxen Christin aus Äthiopien und eines muslimischen Sudanesen. Ihr Vater verschwand, als sie sechs Jahre alt war. Im Jahr 2012 heiratete sie den christlichen Südsudanesen und US-Staatsbürger Daniel Wani. Doch nach islamischem Recht gehört die Frau als Tochter eines Muslims dem Islam an und gilt als nicht verheiratet, da eine Ehe zwischen einer Muslimin und einem Nicht-Muslim nicht anerkannt wird.