10.06.2014
Sudan: Hoffnung für zum Tode verurteilte Christin?
Drei Richter sollen den Prozess auf Formfehler überprüfen
Sudan: Hoffnung für zum Tode verurteilte Christin?
Drei Richter sollen den Prozess auf Formfehler überprüfen
Khartum (idea) – In den Fall der im Sudan zum Tode verurteilten Christin Mariam Yahia Ibrahim Ishag kommt Bewegung. Ein mit drei Richtern besetzter Ausschuss soll das Urteil wegen möglicher Formfehler im Prozess überprüfen, teilte der Anwalt der 27 Jahre alten Ärztin, Eman Abdul Rahim, mit. Wann das Gremium eine Entscheidung verkündet, steht noch nicht fest. Ishag war Mitte Mai in der Hauptstadt Khartum wegen „Abfalls vom Islam“ zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Die hoch Schwangere hatte sich geweigert, binnen drei Tagen dem christlichen Glauben abzuschwören. Am 26. Mai brachte sie im Gefängnis eine Tochter zur Welt; dabei war sie angekettet. Sie ist bereits Mutter eines 20 Monate alten Sohnes, der sich mit ihr hinter Gittern befindet. Die Vollstreckung des Todesurteils soll ausgesetzt werden, bis sie ihr neugeborenes Kind abgestillt hat, also in etwa zwei Jahren. Vor der Hinrichtung soll sie mit 100 Peitschenhieben wegen „Hurerei“ bestraft werden, weil sie einen Christen geheiratet hat und diese Eheschließung nach dem islamischen Religionsgesetz, der Scharia, nicht anerkannt wird. Ihr Ehemann, der an den Rollstuhl gefesselte Arzt Daniel Wani, sagte, er könne für seine Frau und die Kinder nur noch beten. Das Schicksal der Familie hat weltweit Entsetzen und Proteste ausgelöst.