14.06.2014
Weißrussland: Spionagevorwürfe gegen Priester fallen gelassen
Die Geheimpolizei KGB hat die Spionagevorwürfe gegen Vladislav Lazar aus Mangel an Beweisen fallen gelassen. Das berichtete Pavel Severinets, stellvertretender Vorsitzender der Christlich Demokratischen Partei am 11. Juni aus Minsk gegenüber dem Nachrichtendienst Forum 18. Er geht davon aus, dass das Ende der Ermittlungen und der Verzicht auf die Einleitung eines Strafverfahrens nicht offiziell bekannt gegeben werden, da dies als Niederlage des KGB gesehen wird. Der Staat hat sich auch nicht bei dem Priester entschuldigt, der bis zum 3. Dezember 2013 insgesamt 6 Monate in Haft war. „Wer ist dafür verantwortlich, dass ein Unschuldiger in Haft genommen wurde, ohne seine Familie zu verständigen und dass sein guter Ruf geschädigt wurde?“, fragte Severinets. „Das sogenannte Strafverfahren hat sich in Luft aufgelöst, ohne jemals vor Gericht zu kommen.“ Severinets ist davon überzeugt, dass der Versuch der Einleitung eines Strafverfahrens gegen Vladislav Lazar nichts anderes war, als ein Versuch, die katholische Kirche einzuschüchtern.
Der KGB hatte den Pfarrer aus Borisov in der Region Minsk am 31. Mai 2013 wegen Spionageverdachts verhaftet. Danach wurde er sechs Monate im KGB Untersuchungsgefängnis von Minsk festgehalten, bevor er im Dezember unter Hausarrest gestellt wurde.
Quelle: Forum 18, Oslo
Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA