17.06.2014
Djihadismus: Ursachen für den Terror liegen im Islam

Ein ISIS-Konvoi rückt auf die irakische Hauptstadt Bagdad vor. Foto: picture-alliance/AP Photo
Wetzlar (idea) – Die Ursachen für den wachsenden terroristischen Islamismus – den Djihadismus – liegen im Islam selbst begründet. Davon ist der Islam-Kenner Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl bei Gummersbach) überzeugt. Wie er im evangelischen Wochenmagazin ideaSpektrum (Wetzlar) schreibt, ist der Djihadismus die extremste Ausprägung eines konsequenten Islam: „Alle Islamisten können sich zu Recht auf Koran und Sunna (die „Gewohnheiten“ Mohammeds) berufen: Hat nicht auch Mohammed seine Feinde ausrauben, versklaven und umbringen lassen?“ Deshalb könnten radikale Moslems mit der Sympathie vieler Glaubensgenossen rechnen. Sie seien keine isolierten Gruppen von verrückten Spinnern. Troeger: „Es ist deshalb dringend nötig, Koran und Sunna entschiedener zu hinterfragen.“
Saudi-Arabien und Iran propagieren rigorosen Islam
Vor allem Saudi-Arabien und der Iran hätten in den letzten Jahrzehnten einen rigorosen Islam propagiert. Doch der Westen fasse beide Länder „mit Samthandschuhen“ an, weil sie wirtschaftlich und politisch wichtig seien. Troeger schlussfolgert: „Solange die freiheitliche Weltgemeinschaft nicht bereit ist, auf den Profit ‚um jeden Preis’ zu verzichten, wird sie den radikalen Islamismus nicht wirksam bekämpfen können. Gesellschaften ohne moralische Werte können die Extremisten nicht stoppen.“
Auswärtige Mächte verfolgen eigensüchtige Ziele
Wie Troeger weiter schreibt, hat die Globalisierung zu einem Verlust humaner Werte geführt. Machtmissbrauch und Korruption destabilisierten viele Staaten. In Syrien ließen sich die Akteure von auswärtigen Mächten unterstützen, die jeweils eigensüchtige Ziele verfolgten. Nur in diesem Chaos habe die Terrorgruppe ISIS („Islamischer Staat im Irak und Syrien“) erstarken können. Im Irak profitiere die Gruppe von der verbissenen Rivalität zwischen Sunniten und Schiiten, Arabern und Kurden.
Für eine moralische Wende
Troeger ist überzeugt, dass staatliche Machtmittel nicht ausreichten, um die Gewalt und Barbarei militanter Muslime in Afghanistan, Irak, Jemen, Pakistan, Mali, Nigeria, Somalia und Syrien einzudämmen. Religiöse Fanatiker, die Märtyrer werden wollten, seien schwer zu stoppen. Nötig sei deshalb eine moralische Wende – sowohl bei den radikalen Muslimen als auch in der Weltgemeinschaft. Hier seien die Christen mit ihrer Versöhnungsbotschaft besonders herausgefordert. Troeger: „Wenn Christen bescheiden leben und ihrer Hoffnung auf ein jenseitiges Leben Ausdruck verleihen, bleibt das nicht ohne Wirkung.“ Vor allem aber können sie Gott im Gebet bitten, „das zurechtzurücken, was in der Menschheit aus den Fugen geraten ist“.