19.06.2014
Christustag: Allein die Liebe Gottes kann die Welt verändern
Wie in kommunistischen Ländern christliche Universitäten entstanden
Christustag: Allein die Liebe Gottes kann die Welt verändern
Wie in kommunistischen Ländern christliche Universitäten entstanden
Stuttgart (idea) – Allein die Macht der Liebe, die Gott in Jesus den Menschen erwiesen hat, kann die Welt verändern. Kommunismus und Kapitalismus werden vergehen, aber Jesus bleibt für immer, sagte der südkoreanische Geschäftsmann und Theologe James Chin Kyung Kim am 19. Juni beim Christustag in Stuttgart. Der 79-Jährige hat zwei christlich geprägte Universitäten in kommunistisch regierten Staaten gegründet – in der Volksrepublik China und Nordkorea. Das sei nicht durch die herkömmlichen „Ismen“ möglich geworden, sondern nur durch einen „Liebe-ismus“, so Kim. Damit meine er die bedingungslose Liebe Gottes in Christus: „Die Welt verurteilt Nordkorea, aber Jesus kam, um Sünder zu erlösen, sogar die Nordkoreaner.“
Ein Kinderheim brachte den Durchbruch
Kim schilderte vor mehr als 21.000 Teilnehmern, wie es zu der Gründung der „Yanbian Universität für Wissenschaft und Technologie“ (YUST) im Nordosten Chinas und der Schwesteruniversität in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang (PUST) gekommen ist. Zunächst habe er mit Unterstützung der Stuttgarter Organisation „Hilfe für Brüder“ ein Kinderheim in Nordkorea aufbauen können. Heute versorge das Werk mehr als 47.000 Kinder. Dieses Liebeswerk habe die kommunistischen Regierungen so überzeugt, dass sie die Errichtung der Universitäten zugelassen hätten. Geistige Grundlage beider Staaten sei der Atheismus; trotzdem würden an den Hochschulen Gottesdienste abgehalten. Sie seien die einzigen Universitäten mit christlichen Andachtsräumen in China und Nordkorea. Trotz der Selbstisolation dieses Landes seien einige PUST-Studenten sogar zum Auslandsstudium in Schweden und England zugelassen worden. YUST wurde 1992 ins Leben gerufen. Unter anderem vermittelt die Agentur Christliche Fachkräfte International (Stuttgart) Lehrkräfte. Die nordkoreanische Schwesteruniversität habe im Mai die ersten Absolventen entlassen.
Was vor dem Henker rettete
Nordkorea gilt als das christenfeindlichste Land der Welt. Unter den bis zu 120.000 politischen Gefangenen sollen sich mindestens 30.000 Christen befinden. Staatlichen Angaben zufolge sind von den 24 Millionen Einwohnern etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Experten schätzen, dass sich etwa 100.000 Christen in Untergrundgemeinden versammeln. Gleichwohl hat der Südkoreaner Kim inzwischen auch die nordkoreanische sowie die chinesische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft sowie, wie er sage, „die ewige Bürgerschaft im Reich Gottes“. Freilich habe sein Engagement persönliche Opfer verlangt. So habe ihn Nordkorea unter dem Verdacht verhaftet, ein Agent amerikanischer und südkoreanischer Geheimdienste zu sein, der mittels evangelistischer Aktivitäten das Regime stürzen wolle. Er sei zum Tode verurteilt worden. Am Abend vor seiner geplanten Hinrichtung habe man ihn gebeten, sein Testament aufzuschreiben. Er habe darin verfügt, dass seine Organe der medizinischen Forschung in Nordkorea zur Verfügung gestellt werden sollten. Außerdem habe er die USA aufgefordert, keine Vergeltung für seine Hinrichtung zu üben. Das habe die Regierung in Pjöngjang bewegt, ihn nach China ausreisen zu lassen.
Eine neue Reformation muss her
Kim rief die Christen in Deutschland auf, das Erbe der Reformation wiederzubeleben. Der Protestantismus habe an Innovationskraft verloren. Bis zur Wiederkunft Christi müsse eine neue Reformation einsetzen. Das Land des Reformators Martin Luther (1483-1546), der vor fast 500 Jahren Kirche und Welt in Bewegung gesetzt habe, habe dazu eine besondere Verpflichtung. Heute schreie die Welt geradezu nach Veränderung. Deshalb sei eine neue Bewegung nötig, die sich auf dem reformatorischen Prinzip „Allein Christus“ gründe. Die Christen in Deutschland dürften sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern sollten mithelfen, den „modernen Feinden“ – etwa dem Materialismus und dem Machthunger – mit der Liebe Gottes entgegenzutreten.