23.06.2014

Deutschland: Muslime unterrichten christliche Religion ?

(pro) Bundesweit einmaliges Pilotprojekt. Lehrkräfte der verschiedenen Glaubensbekenntnisse sollen gleichberechtigt arbeiten. Ob die nun angestrebte Form breite Akzeptanz bei Eltern und Schülern findet, ist noch ungewiss.

Der Religionsunterricht an den staatlichen Schulen in Hamburg wird neu geordnet. Künftig kann das Fach neben den evangelischen Lehrkräften gleichberechtigt auch von muslimischen, alevitischen und jüdischen Pädagogen erteilt werden. An diesem Montag entscheidet eine Gemischte Kommission mit Vertretern aus Schulbehörde und Religionsgemeinschaften über die Freigabe der Lehrpläne. Die katholische Kirche beteiligt sich nicht daran. Das Erzbistum setzt weiter auf den bekenntnisorientierten eigenen Unterricht.

Schuljahr 2014 /15 als Pilotprojekt

Im Schuljahr 2014/15 soll an zwei Hamburger Schulen das bundesweit erste Pilotprojekt des gemeinsamen Religionsunterrichts starten. „Nach Freigabe der Gemischten Kommission wird das Modell in den Jahrgängen 5 und 6 unterrichtlich erprobt“, sagte Jochen Bauer, Fachreferent in der Behörde für Schule und Berufsbildung, dem Abendblatt. Die Erprobungsphase dauert voraussichtlich fünf Jahre. In welchen Schulen das Projekt läuft, ist noch unklar.

Ob die nun anstrebte Form breite Akzeptanz bei Eltern und Schülern findet, ist ungewiss. Künftig kann es durchaus möglich sein, dass eine muslimische Religionslehrerin Grundwissen über das Christentum vermittelt. „Der Unterricht, den eine Lehrkraft erteilt, bezieht sich nicht nur auf die Religion, der sie angehört“, erklärt Fachreferent Bauer.

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