30.06.2014

Ägypten: Täglich wird eine Christin entführt

Missionstag der Hilfsaktion Märtyrerkirche informiert über Christenverfolgungen

Ägypten: Täglich wird eine Christin entführt

Missionstag der Hilfsaktion Märtyrerkirche informiert über Christenverfolgungen

Filderstadt (idea) – In Ägypten wird täglich eine Christin entführt. Das berichtete ein Mitglied der Koptischen Kirche Ägyptens am 15. Juni beim Missionstag der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (HMK, Uhldingen/Bodensee) in Filderstadt bei Stuttgart. Emad, wie sich der Mann nennt, kümmert sich besonders um christliche Mädchen, die entführt und zwangsverheiratet werden. Er hat mit Unterstützung der HMK und ihrer Partner in Kairo ein „Schutzhaus“ für ehemalige Muslime eingerichtet, die wegen ihres Religionswechsels bedroht werden. Er widersprach der offiziellen Statistik, wonach nur sechs bis zehn Prozent der 83 Millionen Ägypter Christen seien. Vielmehr könnten es bis zu 25 bis 30 Prozent sein. Unter den bis zu 20 Millionen Christen gebe es allein sieben Millionen ehemalige Muslime. Als Grund für die große Verbreitung des Christentums nannte Emad, dass Gemeinden gerade in Zeiten der Verfolgung gestärkt würden.

Ein Vater tötete wegen „Abfalls vom Islam“

Ein weiterer Redner, der 28-jährige Jordanier Sultan, illustrierte das Thema des Jahresfestes „Trotzdem hoffen“ mit eigenen Erfahrungen nach dem Wechsel vom Islam zum Christentum. Als überzeugter Muslim sei es ursprünglich sein tiefster Wunsch gewesen, sein Leben für Allah im Krieg hinzugeben. Er habe „Ungläubige“ töten wollen. Durch die Begegnung mit einer Christin sei er selber Christ geworden. Da sich seine Frau nicht von ihm trennen wollte, habe ihr Vater sie wegen „Abfalls vom Islam“ umgebracht. Seitdem lebe er in Europa. Hier beobachte er, dass „immer mehr Muslime Gott suchen“.

Vorbild für deutsche Gemeinden

Der Missionsleiter, Pastor Manfred Müller, bezeichnete die Standfestigkeit verfolgter Christen als Vorbild für deutsche Gemeinden, die zwar nicht bedroht seien, aber zunehmend gesellschaftlichen Gegenwind spürten. Die HMK wurde 1969 von dem rumänischen Pastor Richard Wurmbrand (1909–2001) zur Unterstützung von verfolgten Christen in kommunistischen Ländern gegründet. Sie finanziert sich ausschließlich durch Spenden und ist mit mehr als 80 Projekten in über 30 Ländern tätig. Vorsitzender ist der 48-jährige Pfarrer der Evangelischen Brüdergemeinde Wilhelmsdorf (bei Ravensburg), Ernest Ahlfeld, der im März den 77-jährigen Kirchenrat Rolf Sauerzapf (Kassel) ablöste. Zum internationalen HMK-Verbund gehören 13 Partnerorganisationen.

HMK ist Mitglied in der Arbeitsgruppe der DEA  für Religionsfreiheit-Menschenrechte-Verfolgte Christen (AKREF)