08.03.2014

Deutschland: Friedensgebet im Berliner Dom

Im Namen Gottes: „Facht nicht das Feuer eines Krieges an!“

Deutschland: Friedensgebet im Berliner Dom

Im Namen Gottes: „Facht nicht das Feuer eines Krieges an!“

Berlin/Frankfurt am Main (idea) – Vertreter verschiedener Kirchen haben am Abend des 7. März im Berliner Dom für Frieden in der Ukraine gebetet. Angesichts des Konflikts um die Halbinsel Krim mit Russland sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge: „Im Namen der Friedensverheißungen Gottes appellieren wir an alle Beteiligten, nicht das zerstörerische Feuer eines Krieges oder Symbolhandlungen anzufachen, sondern dialogbereit aufeinander zuzugehen.“ Dröge warnte ferner davor, eine Spaltung der Ukraine zu riskieren. Vielmehr gelte es, „gemeinsam den steinigen und mühsamen Weg der Verständigung zu gehen, auch wenn das lange Zeit braucht“. Man bitte Gott, dass der Dialog zwischen der ukrainischen Übergangsregierung und dem Kreml sowie zwischen Russland, Europa und den USA gelinge. Der Bischof verlas auch ein Schreiben des Pfarrers der deutschen evangelischen Gemeinde in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Ralf Haska. Er hatte dort die schweren Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften im Februar hautnah miterlebt. Dabei waren über 100 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Haska stellte das Kirchengebäude der Gemeinde als Lazarett zur Verfügung. Wie er schreibt, leiden die Menschen in Kiew unter der Angst, „dass die offene Aggression Russlands auf der Krim zu einem Krieg und zu einem Flächenbrand werden könnte“. Die Gemeinde helfe Kranken und Verwundeten nach wie vor an Leib und Seele. Haska dankte für alle Gebete von Christen in anderen Ländern für das ukrainische Volk: „Wir wissen uns dadurch getragen.“ An dem Friedensgebet im Berliner Dom nahmen auch Vertreter des katholischen Erzbistums, der griechisch-katholischen Gemeinde und des russisch-orthodoxen Klosters St. Georg teil.

ACK: Auf dem Weg des Dialoges bleiben

Zum Gebet für die Ukraine hat auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) aufgerufen. Die Sorge vor weiterer Eskalation und militärischer Gewalt nehme zu, erklärte der ACK-Vorsitzende, der katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer). „Wenn der Weg des Dialogs und der Versöhnung verlassen wird und stattdessen Hass und Gewalt das Handeln bestimmen, gibt es am Ende nur Verlierer“, warnte der Bischof laut einer Mitteilung der „Ökumenischen Centrale“ in Frankfurt am Main. Die ACK – ihr gehören 17 Kirchen an – schließe sich dem Aufruf des „Allukrainischen Rates der Kirchen und Religionsgemeinschaften“ zum Frieden und zur Achtung des Völkerrechts an.