10.03.2014

Syrien: Christen müssen Kopfsteuer zahlen

(idea) Islamische Extremisten haben unterdessen die ostsyrische Provinz El Rakka einem strengen Regime unterworfen, in dem das Religionsgesetz Scharia gilt. Die Gruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (ISIS) zwingt Christen dazu, eine Kopfsteuer zu entrichten. Jeder erwachsene Mann muss jährlich in zwei Raten vier goldene Dinar – mehr als 400 Euro – zahlen, wenn er mit seiner Familie in der Provinz leben will. Ihren Glauben dürfen Christen trotzdem nicht öffentlich ausüben. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird vertrieben oder ausgepeitscht. Von den 21 Millionen Einwohnern Syriens waren vor dem Bürgerkrieg 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen, davon jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe plus kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung bestand aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen. Die Christen genossen unter dem Regime von Präsident Baschar al-Assad relative Glaubensfreiheit; von den Aufständischen werden sie als seine Verbündeten verfolgt.