12.03.2014

Deutschland: Holocaust-Denkmal in Herne beschädigt

Es war der dritte Anschlag binnen knapp drei Wochen

Deutschland: Holocaust-Denkmal in Herne beschädigt

Es war der dritte Anschlag binnen knapp drei Wochen

Bochum/Herne (idea) - Ein Mahnmal für die im Zweiten Weltkrieg ermordeten Juden in Herne bei Bochum ist zum dritten Mal innerhalb von knapp drei Wochen schwer beschädigt worden. Zweimal wurde das „Shoah-Denkmal“ mit Harzlack, einmal mit brauner und weißer Farbe beschmiert. Zudem wurden in die Gedenktafel eingelassene Glaskörper zerstört. Wie der Pressesprecher der Bochumer Polizei, Volker Schütte, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, gibt es noch keine Spur von den Tätern. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund werde nicht ausgeschlossen. Nach Angaben von Oberbürgermeister Horst Schiereck (SPD) soll das Denkmal trotz der Anschläge auf dem zentral gelegenen Willi-Pohlmann-Platz stehen bleiben: „Wir wollen die Toten nicht wieder hinter Mauern verstecken, nachdem wir sie in die Öffentlichkeit gestellt haben.“ Eine Erinnerungskultur sei notwendig: „Die Täter sind auch nicht die Ewiggestrigen, wie sie häufig bezeichnet werden, sondern die Heutigen, die mitten in unserer Gesellschaft leben.“ Das Shoah-Denkmal war 2010 eingeweiht worden. Es besteht aus einer dunklen Steinplatte und einer Gedenktafel, in die 400 Glaskörper mit jeweils einem Namen der ermordeten Juden aus Herne und Wanne-Eickel eingelassen sind. 2011 hatte es schon einmal einen Anschlag gegeben. Die Täter konnten nicht ermittelt werden.