18.03.2014

Iran: Christliche Konvertiten werden verfolgt

Im Iran fordern Baha’i mehr Schutz für religiöse Minderheiten

Iran: Christliche Konvertiten werden verfolgt

Im Iran fordern Baha’i mehr Schutz für religiöse Minderheiten

Berlin/Teheran (idea) – Im Iran haben 500 Mitglieder der verfolgten Gemeinschaft der Baha’i mehr Sicherheit und Schutz für religiöse Minderheiten gefordert. Sie wandten sich in einem Offenen Brief an die Großayatollahs der Islamischen Republik. Wie das Internetportal „Transparency for Iran“ (Berlin) berichtet, wurde das Schreiben am 11. März auf der Internetseite der internationalen Baha’i-Gemeinde veröffentlicht. Danach sollen seit 2005 etwa neun Baha’i-Anhänger getötet sowie 50 körperlich angegriffen worden sein. Dutzende befänden sich im Gefängnis. Im Iran leben mehr als 300.000 Baha’i; sie werden ebenso verfolgt wie etwa ehemalige Muslime, die Christen geworden sind. Der Iran ist das Ursprungsland des Baha’itums mit weltweit bis zu acht Millionen Anhängern. Sie berufen sich auf den Religionsstifter Baha‘ullah (1817-1892). Im Mittelpunkt steht der Glaube an einen transzendenten Gott, die mystische Einheit der Religionen und die Einheit der Menschheit.

Mindestens 40 Christen wegen ihres Glaubens in Haft

Im Iran sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Middle East Concern (Anliegen Mittelost) mindestens 40 Christen wegen ihres Glaubens in Haft, darunter mehrere Pastoren. So verbüßt der protestantische Pastor Benham Irani seit Mai 2011 eine sechsjährige Freiheitsstrafe in Karadsch. Zunächst war er wegen „Abfalls vom Islam“ zum Tode verurteilt worden. Weiterhin eingesperrt ist auch Pastor Saeed Abedini, der sowohl die iranische wie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Er verbüßt eine achtjährige Haftstrafe, weil er Hauskirchen gegründet hat. Die Gesamtzahl der Konvertiten zum christlichen Glauben im Iran wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen. Von den insgesamt 76,4 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime.