27.03.2014
Weltweit: Gott hat überall seine Leute
Gott wirkt weltweit – darüber informierte die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) auf ihrer Jahrestagung in Schwäbisch Gmünd.
Weltweit: Gott hat überall seine Leute
Gott wirkt weltweit – darüber informierte die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) auf ihrer Jahrestagung in Schwäbisch Gmünd.
Kuba: Um 5 Uhr morgens zum Gebet
Die Karibikinsel Kuba ist Ziel vieler Urlauber aus Europa. Was sie nicht mitbekommen: Die seit 1961 herrschende kommunistische Diktatur schränkt die Religionsfreiheit stark ein. So dürfen Christen keine neuen Kirchen errichten. Nach Angaben von Carlos Waldow (Wustermark bei Berlin), Referent für Lateinamerika der Europäischen Baptistischen Mission, wächst aber das geistliche Leben. Er kehrte vor kurzem von einer zweiwöchigen Reise in das mittelamerikanische Land zurück. Sein Fazit: „Die Gemeinde Jesu in Kuba ist im Aufbruch.“ Überall entstünden evangelikale Gemeinden, die nach kurzer Zeit wieder Ableger gründeten. Die Mitglieder träfen sich in Privathäusern und Hinterhöfen. Sie legten großen Wert auf Bibellesen und Gebet: „Die Christen sind sich nicht zu schade, ein bis zweimal wöchentlich um 5 oder 6 Uhr morgens zum Gebet zusammenzukommen.“ Waldow zufolge ist in den Gemeinden immer wieder zu hören: „Das ist die Zeit Gottes für Kuba.“ Allein die Zahl der (evangelikalen) Baptistengemeinden liege inzwischen bei rund 1.000. Von den 11,2 Millionen Einwohnern sind 50 Prozent Katholiken, acht Prozent Protestanten und 17 Prozent Spiritisten.
Erweckung in Algerien: Muslime werden Christen
Voller Freude über das Wirken Gottes in seinem Land ist auch Youssef Ourahmane , Leiter der Missionsgesellschaft OM in Algerien. Nach seinen Angaben hat dort 1981 eine Erweckung begonnen – zunächst unter den Berberstämmen. Inzwischen sei die Zahl der Christen, die früher Muslime waren, auf mehr als 100.000 gestiegen. Laut Ourahmane war Algerien das erste arabisch-islamische Land, das 2011 Konvertitengemeinden offiziell anerkannt hat: „Das ist ein Wunder Gottes.“ Er habe den Christen in Algerien geholfen, ihre Angst zu überwinden. Die größte Schwierigkeit der Gemeinden bestehe darin, dass ihre Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten für die vielen Menschen, die neu zum christlichen Glauben kommen. „Möge Gott euch mit unserem Problem segnen!“, sagt Ourahman zur Erheiterung der rund 100 deutschen Missionsvertreter. Er berichtet ferner über die Aktion „Algerien für Mission“. Sie hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2025 sollen 1.000 Missionare (!) aus Algerien ausgesandt werden.
Gottes Wort für die Araber via Satellit: SAT-7
Den wachsenden Mut der Christenheit in Algerien bestätigt Kurt Johansen (Christiansfeld/Dänemark), Nordeuropa-Direktor des christlichen Fernsehsenders SAT-7 für die arabische Welt. Als vor kurzem ein Team die Glaubensberichte von 3 bis 4 Christen in dem nordafrikanischen Land filmen wollte, seien gleich 80 gekommen. Laut Johansen haben rund 300 Millionen Menschen in der arabischen Welt eine Satellitenschüssel und können so von SAT-7 mit der christlichen Botschaft erreicht werden. Der seit 1995 bestehende Sender verbreitet Programme auf Arabisch, Farsi (Persisch) und Türkisch. Eigene Studios befinden sich in Beirut, Istanbul und Kairo. 80 Prozent der Programme werden laut Johansen im Mittleren Osten produziert. Es gibt drei 24-Stunden-Kanäle, darunter einer nur für Kinder, der sehr erfolgreich sei. Nach Befragungen eines unabhängigen Instituts sähen den Kanal zum Beispiel 4,1 Millionen Kinder im Irak und 1,8 Millionen in Saudi-Arabien. Das Königreich gehört zu den Ländern, das Christen am stärksten verfolgt. So ist der Besitz einer Bibel verboten.
Krim: Alle ausländischen Missionare verließen das Gebiet
Über die angespannte Lage in der Ukraine und auf der Halbinsel Krim berichtet Dieter Trefz (Wüstenrot bei Heilbronn), Leiter der Kontaktmission. Alle ausländischen Missionare hätten die Krim verlassen – auch ein Ehepaar des Werkes, das unter den mehrheitlich muslimischen Tataren tätig war. Die Mission beschäftigt 33 Mitarbeiter in der Ukraine – ein Teil davon im Osten des Landes, wo es ebenfalls Bestrebungen gibt, sich Russland anzuschließen. Trefz zufolge herrscht „gespannte Ruhe“. Die Mitarbeiter harrten weiter aus. Es gebe aber einen Krisenplan, um sie notfalls zu evakuieren. Der Leiter des Missionsbundes „Licht im Osten“, Johannes Lange (Korntal bei Stuttgart), spricht von „weit offenen Türen“ für die christliche Botschaft in der Ukraine. Während der Demonstrationen auf dem zentralen Platz in der Hauptstadt Kiew – dem Maidan – sei in einem Zelt ständig gebetet worden. Dort hätten sich auch Besucher für den christlichen Glauben entschieden. „Licht im Osten“ Ukraine beschäftigt 37 Mitarbeiter. Ein Missionar arbeitet nach wie vor auf der Krim unter den Tataren. Lange: „Sie sind so offen wie noch nie für das Evangelium.“
Südamerika: „Riesengroßes Interesse für die Weltmission“
Rund 13.000 Kilometer von Kiew entfernt liegt die 1,3 Millionen Einwohner zählende Stadt Córdoba in Argentinien. Hier trafen sich im Januar rund 2.500 junge Christen aus Lateinamerika, Afrika und Europa zum Kongress „CIMA 2014“. Unter ihnen war Jo Hummel (Haiger/Mittelhessen) von der Missionsleitung des in Ostafrika tätigen Werkes Diguna (Die gute Nachricht für Afrika). Nach seinen Worten war es das Ziel des Treffens, unter südamerikanischen Jugendlichen Begeisterung für Mission in Afrika zu wecken. Dazu stellten unter anderem kenianische Christen ihre Kultur vor. Laut Hummel hat der Kongress die Erwartungen übertroffen: „Das Interesse für Weltmission war riesengroß.“
Philippinen: Christen helfen Opfern des Wirbelsturmes
Auf den Philippinen wütete am 8. November einer der schlimmsten Wirbelstürme aller Zeiten – mit Windgeschwindigkeiten von über 300 Kilometer pro Stunde. Der Taifun „Haiyan“ kostete rund 10.000 Menschen das Leben. Etwa vier Millionen verloren ihr Dach über dem Kopf. Betroffen waren auch mehrere Freie evangelische Gemeinden und viele Mitglieder, deren Häuser teilweise oder ganz zerstört wurden. Das (deutsche) Missionswerk dieser Freikirche – die Allianz-Mission im mittelhessischen Dietzhölztal – gehört zu den Organisationen, die seither intensiv Hilfe leisten. Missionssekretär Dave Rose berichtet über einen zweiwöchigen Einsatz von 14 deutschen Christen auf Bantayan Island, nordwestlich der Insel Cebu. Darunter waren zehn Freiwillige der Freien evangelischen Gemeinde aus Haiger-Offdilln und als Seelsorger für das Team Pastor Volker Dickel aus Siegen-Weidenau. Sie beteiligten sich jeweils erheblich an den Kosten des Einsatzes. Übernachtet wurde in Zelten. Ziel war es, die Opfer des Taifuns zur Selbsthilfe zu ermutigen. Denn, so Rose: „Viele sind noch traumatisiert und hatten sich bisher nicht an Bauprojekten beteiligt.“ Mit Unterstützung des Teams errichteten Betroffene 21 Holzhäuser. Rose: „Uns ging es darum, etwas mit den Menschen zu machen und nicht für sie.“ Zum Abschluss feierten alle ein Fest.