31.03.2014

Christenverfolgung: Von Linken-Fraktionschef Gysi verurteilt

Atheistischer Politiker: Die Bibel ist „das wichtigste Buch“

Christenverfolgung: Von Linken-Fraktionschef Gysi verurteilt

Atheistischer Politiker: Die Bibel ist „das wichtigste Buch“

Berlin/Baunatal (idea) – Der Vorsitzende der Fraktion „Die Linke“ im Deutschen Bundestag, Gregor Gysi (Berlin), hat die Verfolgung von Christen, Muslimen und anderen Gläubigen verurteilt. „Ich dachte, eigentlich keine Christenverfolgung mehr zu erleben, aber das Gegenteil ist der Fall“, erklärte der 66-jährige Politiker gegenüber dem Arbeitskreis Christlicher Publizisten (ACP). Der Atheist wies in seiner schriftlichen Stellungnahme ferner darauf hin, dass sich auch Muslime unterschiedlicher Richtungen gegenseitig verfolgen. Insgesamt sei mehr Rücksichtnahme auf verschiedene Kulturen und Religionen nötig. Gysi: „Der Westen hat die Dritte Welt zu oft brüskiert, so dass auch eine kulturelle Feindschaft entstanden ist, die überwunden werden muss.“ Die Bibel bezeichnet Gysi als „das wichtigste Buch“. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament finde man zahlreiche Maßstäbe für das Leben. Die Kirchen sollten nach Gysis Ansicht eine Rolle in der Gesellschaft spielen und den Zeitgeist in Richtung von mehr Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Demokratie beeinflussen. Gleichzeitig hält der Politiker die Trennung von Staat und Kirche für „sehr sinnvoll“. Letztlich müsse die Kirche begreifen, dass sie eine „außerparlamentarische Einrichtung“ sei.

Ehrung: SELK-Bischof setzt sich für Familie und ungeborene Kinder ein

Der ACP veranstaltete am 29. März in Baunatal bei Kassel seine Jahrestagung mit etwa 120 Führungspersonen aus elf Kirchen und Freikirchen sowie aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Dabei wurde der Bischof der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), Hans-Jörg Voigt (Hannover), für sein „couragiertes Eintreten zugunsten der traditionellen Familie und für seine warnenden Hinweise im Blick auf das Töten Ungeborener“ geehrt. Er nahm eine „Respektzuweisung“ aus den Händen des koptisch-orthodoxen Generalbischofs in Deutschland, Anba Damian (Höxter), entgegen. Voigt hob die Vorrangstellung der Familie gegenüber anderen Lebensformen hervor und widersprach der „Orientierungshilfe“ der EKD. Sie rückt in dem Papier von der traditionellen Ehe als alleiniger Norm ab und schließt etwa auch eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie sogenannte „Flickenteppich-Familien“ ein. Außerdem würdigt der ACP, dass sich Voigt im vorigen September als einziger deutscher Bischof am „Marsch für das Leben“ in Berlin beteiligt und sich damit öffentlich für das Lebensrecht ungeborener Kinder eingesetzt habe. Die SELK ist eine rund 34.000 Mitglieder zählende Freikirche.

Lage der Christen in China verbessert

Bei der ACP-Tagung ging es auch um Menschenrechte in der Volksrepublik China. Der ACP hatte zuvor in Berlin mit Botschaftsrat Zeng Fanhua über die Lage der Christen gesprochen. Der China-Beauftragte des CVJM-Gesamtverbandes, Albrecht Kaul (Kassel), berichtete bei der Konferenz, dass sich die Situation der Christen in den vergangenen 25 Jahren deutlich verbessert hat. Heute lebten unter den 1,3 Milliarden Einwohnern schätzungsweise 100 Millionen Christen. Unter den Rednern bei der ACP-Tagung befanden sich der frühere SPD-Bundesminister und schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm (Lübeck), Paul Wilhelm Prinz von Preußen (Oranienburg) und der theologische Leiter des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC), Bundespfarrer Rudolf Westerheide (Kassel). Der 1972 gegründete ACP vertritt nach eigenen Angaben die medienpolitischen Interessen von rund 100.000 meist freikirchlich geprägten Christen. Als Vorsitzender amtiert Heinz Matthias (Niedenstein bei Kassel).