31.03.2014

Türkei: Kurden verwüsten orthodoxe Kirche

Bibeln und Gesangbücher zerrissen – Opferstock ausgeraubt

Türkei: Kurden verwüsten orthodoxe Kirche

Bibeln und Gesangbücher zerrissen – Opferstock ausgeraubt

Istanbul (idea) – In Istanbul haben Kurden eine orthodoxe Kirche verwüstet und ausgeraubt. Der Überfall ereignete sich am 23. März am Rande einer Wahlkundgebung der Kurdenparteien BDP und HDP. Etwa 150 vermummte Demonstranten drangen in die Kirche Hagia Paraskevi im Stadtteil Kazlicesme ein. Sie zerrissen Bibeln und Gesangbücher und raubten die Kirchenglocke. Außerdem stahlen sie umgerechnet etwa 150 Euro aus dem Opferstock. Wie die kurdische Zeitung Özgür Gündem berichtete, verurteilten die Ortsverbände der beiden Parteien den Überfall und drückten der christlichen Gemeinde in einer Erklärung ihr Bedauern aus. Sie versicherten, dass man für den Schaden aufkommen werde. Die Teilnehmer der Kundgebung zum kurdischen Frühlingsfest Nevruz demonstrierten unter anderem gegen das von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verordnete Verbot des Kurznachrichtendienstes Twitter. Die Türkei hat rund 75 Millionen Einwohner, von denen 95 Prozent Muslime sind. Die Zahl der Christen liegt bei 120.000; darunter sind etwa 4.000 Evangelikale.