09.05.2014

Ukraine: Bibelvorrat in der Ukraine aufgebraucht

(HMK Deutschland) Ralf Haska, Pastor der deutschen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Katharina in Kiew, Ralf Haska, hofft, dass am 25. Mai – wie angekündigt – im ganzen Land Präsidentschaftswahlen stattfinden. Und er hoffe, „dass man der terroristischen Bedrohung im Osten der Ukraine Herr wird“.

Ob es danach eine Volksabstimmung über die Zukunft der Ost-Ukraine gebe, müsse die Regierung entscheiden. Haska hält es für sehr wahrscheinlich, dass es dazu kommt. Er rechne damit, dass die Mehrheit eine ungeteilte Ukraine wolle.

Pastor ruft zum Gebet auf

Haska rief die Christen in Deutschland zum Gebet für die Ukraine auf: „Das sage ich nicht, weil ich Pfarrer bin, sondern weil ich weiß, wie Gebete die Welt verändern können. Wir haben das 1989 im Osten Deutschlands ja auch erlebt.“ Er warnt ferner davor, auf die russische Propaganda hereinzufallen. In Kiew sei keinesfalls eine faschistische Regierung an der Macht. Vielmehr habe eine Revolution stattgefunden. Die Übergangsregierung wolle das Land nach vorne bringen.

Auf der Krim froh über friedlichen Anschluss an Russland

Auch die Menschen auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die sich Mitte März von der Ukraine gelöst und Russland angeschlossen hatte, sind besorgt über die Lage in der Ost-Ukraine. Diese Einschätzung äußerte der seit 2012 dort tätige Pastor Markus Göring. Die Zukunft der sieben evangelisch-lutherischen Gemeinden mit ihren 200 Mitgliedern auf der Krim sei ungewiss. Die Kirchenleitung im ukrainischen Odessa dränge darauf, dass die Gemeinden weiter zur Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine (DELKU) gehören. Aber aus Russland kämen Stimmen, sich der Evangelisch-Lutherischen Kirche im europäischen Teil Russlands anzuschließen. Göring äußerte sich ferner bestürzt über die Eskalation der Gewalt in Odessa. In den Kirchen beteten Christen aller Konfessionen für Frieden: „Die Kirchen rufen die Menschen auf, sich gegenseitig zu vergeben und sich zu lieben – nach dem Vorbild Jesu Christi.“

Bibelvorrat in der Ukraine aufgebraucht

Unterdessen berichtete der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Christoph Rösel , in der Nachrichtensendung ideaHeute auf Bibel TV, dass die Nachfrage nach Bibeln in der Ukraine enorm gestiegen sei. In bedrohlichen Situationen setzten viele Menschen ihr Vertrauen in die Heilige Schrift. Wie idea erfuhr, sind die Bibelbestände der ukrainischen Bibelgesellschaft aufgebraucht. Gerade an Demonstranten auf dem Freiheitsplatz Maidan in Kiew seien viele Exemplare verschenkt worden. Inzwischen habe die Ukraine den Druck von 20.000 Bibeln auf Ukrainisch und Russisch in Auftrag gegeben.