20.05.2014

Österreich: Kontroverse um Plakate

ÖEA-Grötzinger: „Die Plakate müssen weg.“

Österreich: Kontroverse um Plakate

ÖEA-Grötzinger: „Die Plakate müssen weg.“

Wien/Salzburg (idea) – Auf scharfe Kritik der Österreichischen Evangelischen Allianz sowie von Kirchen und Lebensrechtsbewegungen ist eine Plakataktion für den jährlichen „Life Ball“ (Lebensball) am 31. Mai in Wien gestoßen. Er gilt als größte Benefiz-Veranstaltung in Europa zu Gunsten HIV-infizierter und Aids-kranker Menschen. Die 3.000 in Wien und Umgebung aufgehängten Plakate zeigen eine Adam- und Eva-Szene mit der Transsexuellen Carmen Carrera (25). Auf dem Bild mit dem Slogan „Ich bin Adam. Ich bin Eva. Ich bin ich.“ sind Busen und Penis deutlich zu sehen. „Die Bilder sind schamverletzend. Familien und Kinder sind auf den Straßen, an Bushaltestellen und sogar vor Kirchen mit diesen Plakaten konfrontiert“, sagte der Generalsekretär der Allianz, Christoph Grötzinger (Bürmoos bei Salzburg), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Die Eltern müssten ihren Kindern dann Dinge erklären, die sie vielleicht gerne zu einem anderen, von ihnen selbst gewählten Zeitpunkt aufgegriffen hätten. Grötzinger: „Die Plakate müssen weg.“ Nach seinen Worten haben innerhalb von fünf Tagen über 15.000 Österreicher eine entsprechende Petition im Internet unterschrieben. Der Kampf gegen Aids dürfe „nicht als Vorwand für einen ideologischen Feldzug dienen, der auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen ausgetragen wird“, heißt es in der Petition. Darin werden die Unterstützer des „Life Balls“ aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Plakate abgenommen werden. Zudem werden sie gebeten, ihre Unterstützung zurückzuziehen. Wie Grötzinger sagte, hat er sich gerne hinter die Petition gestellt und sie empfehlend weitergeleitet. Unterdessen teilte der österreichische Werberat mit, dass bei ihm über 100 schriftliche und telefonische Beschwerden gegen die Plakate eingegangen sind. Allerdings ist der Werberat nach Angaben seines Präsidenten Michael Straberger (Wien) nicht zuständig, da der „Life Ball“ nur indirekt beworben werde und es sich bei den Plakaten um Kunst handele.

Allianz: Aktiv auch in der Lebensrechtsbewegung

Die Österreichische Evangelische Allianz ist juristisch als Verein mit 500 Fördermitgliedern organisiert. Sie vertritt die Interessen von rund 40.000 theologisch konservativen Christen, vor allem aus evangelischen Kirche und den Freikirchen. Aber auch einige Katholiken hätten sich ihr angeschlossen sowie acht lokale Allianzen. Unter dem Motto „Gemeinsam für Jesus“ gehe es dem Christenbund vor allem darum, „gemeinsam zu beten, zu glauben, zu handeln, Zeichen zu setzen und Werte zu leben“, so Grötzinger. Stark engagiert ist die Allianz auch in der österreichischen „Lebenskonferenz“, die von Kardinal Christoph Schönborn (Wien) angestoßen wurde, um den Lebensschutz von der Zeugung bis zum Tod zu intensivieren. Derzeit arbeite man daran, ein Verbot der Euthanasie in die Verfassung aufzunehmen. Die Zeitschrift „Allianzspiegel“ erscheint viermal im Jahr in einer Auflage von bis zu 5.000 Exemplaren.