23.05.2014

Uganda: Angriffe auf Kirchen geplant.

Reisewarnungen für Kenia

Uganda: Angriffe auf Kirchen geplant.

Reisewarnungen für Kenia

Die Behörden von Uganda und Kenia haben in den letzten Tagen ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, nachdem Vertreter westlicher Staaten gewarnt haben, dass eine Jihadistengruppe Angriffe auf Kirchen und christliche Gemeinden in Uganda plant.

Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Uganda warnte vor „spezifischen Drohungen“ von Al Shabab, einer militanten islamistischen Terrorgruppe, die von Somalia aus operiert. Die Drohungen gegen die beiden ostafrikanischen Länder haben Berichten zufolge ihren Grund darin, dass beide Staaten Friedenstruppen nach Somalia entsandt haben.

„Alle Kirchen wurden informiert. Die Antiterrorpolizei und die ugandische Polizei schützen die Kirchen. Überdies bemüht man sich, die Menschen aufzuklären, wie verschiedene Sprengstoffe aussehen können, damit sie diese erkennen können. Wir sind besonders besorgt über die Situation, da wir gesehen haben, was in Kenia passiert ist“, erklärte Pastor Mead Birungi von World Shine Ministries letzte Woche gegenüber World Watch Monitor.

Am 21. Mai wurde bei einem Granatenangriff in Garissa, nahe der Grenze zwischen Kenia und Somalia, nur wenige Meter von einer Moschee entfernt vermutlich eine Person getötet und 11 verletzt. Bis heute hat noch niemand die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Am 16. Mai wurden Berichten zufolge auf dem Gikomba-Markt in der kenianischen Hauptstadt Nairobi 10 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt. Am 5. Mai wurden durch zwei Explosionen an der stark befahrenen Straße nach Thika in Kenia drei Menschen getötet und 86 verletzt.

Einige westliche Staaten wie Großbritannien, die USA, Frankreich und Australien haben aufgrund der Bedrohung durch Al Shabab Reisewarnungen für Kenia herausgegeben. Insbesondere britische Touristen haben ihre Pläne, nach Kenia zu reisen, aufgegeben oder sind in ihre Heimat zurückgekehrt.

„Die Menge der ins Land gebrachten Gewehre und sonstigen gefährlichen Waffen ist alarmierend“, erklärte Kardinal John Njue, der Vorsitzende der kenianischen katholischen Bischofskonferenz am 9. Mai. „Plötzlich können Kenianer nicht mehr ohne Angst zum Gottesdienst gehen. Ein Land, das lange Jahre als Oase des Friedens in der Region bezeichnet wurde, ist zum Tummelplatz für Terroristen geworden.“

In Uganda lassen die Berichte über die Bedrohung durch Al Shabab Erinnerungen an die Terroranschläge vom Juli 2010 wach werden. Damals wurden mehr als 80 Menschen getötet. Allerdings leben Christen und Muslime in Uganda überwiegend friedlich zusammen.

„Als Christ habe ich das Gefühl, dass die Bedrohung von Kirchen eine Frage der Orientierung ist. Manche Menschen sind einfach böse und verstecken sich hinter der Religion, um Rechnungen zu begleichen. Es gibt keine mögliche Rechtfertigung dafür, jemand das Leben zu nehmen“, erklärte ein Einwohner von Kampala, der darum gebeten hat, ihn nicht namentlich zu nennen.

Dieses Gefühl teilt auch Pastor Birungi, der berichtet, dass der Interreligiöse Rat von Uganda bemüht ist, dass die Christen, welche die Mehrheit im Land bilden, und die Angehörigen anderer Religionen gemeinsam ihre Stimme gegen jede mögliche Terrorattacke erheben.

Quelle: World Watch Monitor

Übersetzung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA