30.05.2014

Ägypten: Eine koptische Mutter erzählt

Bericht im TV über entführte Tochter

Ägypten: Eine koptische Mutter erzählt

Bericht im TV über entführte Tochter

Eine koptische Mutter namens Martha berichtete live über die Entführung ihrer minderjährigen Tochter. Die Koptin wurde am 13. Oktober 2011 in Kasr Algebaly (Distrikt Ibschway – Provinz Faium) verschleppt. Der muslimische Entführer Ahmad Hamad Ibrahim Aboud hat einen Bruder, der zu den Salafisten gehört. Dieser 46-jährige Moslem ist bereits wegen Erpressungen, Raubüberfällen und Körperverletzungen verurteilt worden.

Die Mutter der Entführten berichtete: „Mit Christen und Moslems ging ich zum Bürgermeister, damit er mit dabei helfen sollte, mir meine Tochter zurückzubringen. Für seine Dienste verlangte er 86. 000 Pfund (umgerechnet knapp 9.000 Euro). Das können viele bezeugen. Mit diesen Zeugen ging ich zur Polizei, um zu beweisen, dass der Bürgermeister ganz genau weiß, wer meine Tochter entführte und wo sie versteckt wurde. In der Polizeistation wurde ich überrascht, wie der Polizeichef mir die Heiratsurkunde meiner 14-jährigen Tochter vorlegte, welche bereits zum Islam übergetreten sein sollte."

Der Bürgermeister Abdel Rahman Mohamed Algibaly nahm die 86. 000 Pfund und danach verlangte er Sex von der verzweifelten Mutter, damit er helfe, ihre Tochter zu befreien. Nachdem die Frau den Sex ablehnte, weigerte er sich, das Geld zurückzugeben, welches die Koptin von gutherzigen Kopten gesammelt hatte.

Die Koptin Martha sagte in einer Fernsehsendung: "Wir essen unser Brot mit Tränen und unser Leben ist voller Trübsal. Versetzt euch in unsere Lage und stellt euch vor, dass dies mit eurem Kind passiere. Helft uns bitte! Wir wollen nichts anderes als unser Recht. Wo sind die Gesetze, welche die Kinder und die Rechte der Frauen beschützen sollen. Dieses Problem betrifft die innere Sicherheit Ägyptens und es zu verschweigen ist ein Verbrechen gegen ägyptische Staatsbürger".

Der ägyptische Gast auf dem HMK-Missionstag am 28. Juni in Bernhausen kümmert sich besonders um verschleppte Christinnen in seinem Land und wird darüber berichten. Nähere Infos im Flyer bit.ly/1lPqHR1

Al-Sissi neuer Präsident

Bei der Präsidentenwahl in Ägypten hat sich Ex-Armeechef Abdel Fattah al-Sissi durchgesetzt. Er kündigte Reformen an, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Eine geringe Wahlbeteiligung trübt den Sieg von Ex-Armeechef Abdel Fattah al-Sissi bei der Abstimmung über den künftigen Präsidenten Ägyptens. Trotz der Verlängerung des Urnengangs gaben mit 44,4 Prozent der Wähler nach Angaben aus Justizkreisen nur gut halb so viele Bürger ihre Stimme ab, wie von ihm angestrebt. Weil am Sieg des Generals kein Zweifel bestehen konnte, gilt die Wahlbeteiligung als wichtiger Hinweis darauf, wie beliebt der neue Präsident tatsächlich im Volk ist.

Sissi hat vage Reformen angekündigt, um die marode Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, und will gegen die Massenarbeitslosigkeit und das hohe Staatsdefizit vorgehen. Unklar ist, ob er genug Rückhalt im Volk hat, um harte Maßnahmen wie die Abschaffung der milliardenschweren Energie-Subventionen durchzusetzen.

Die meisten ägyptischen Medien begrüßten Sissis Wahlsieg. Die staatliche Zeitung "Al-Achbar" sprach von einem "Tag der Hoffnung für alle Ägypter". Auch der Radio-Verkäufer Jeschiwa Hassan in der Kairoer Innenstadt freute sich: "Das ist das bestmögliche Ergebnis", sagte er. "Er kommt aus der Armee, daher kennt er Ägypten". Sissis Gegenkandidat Sabahi kam auf drei Prozent der Stimmen.

 Quelle: HMK