31.05.2014
Ägypten: Kirchen unterstützen Wahlsieger Sisi
Der künftige Präsident will Diskriminierung von Christen beenden
Ägypten: Kirchen unterstützen Wahlsieger Sisi
Der künftige Präsident will Diskriminierung von Christen beenden
Kairo (idea) – In Ägypten kann der künftige Präsident, der frühere Armeechef Abdul Fattah al Sisi, mit der Unterstützung der Kirchen rechnen. Die meisten Christen hätten bei der Wahl vom 26. bis 28. Mai für Sisi gestimmt, teilte der Sprecher der griechisch-melkitischen katholischen Kirche von Kairo, Pater Rafic Greiche, Radio Vatikan mit. Staatlichen Angaben zufolge erhielt Sisi rund 96 Prozent der abgegebenen Stimmen. Für Greiche war das ein großer Sieg und eines der deutlichsten Wahlergebnisse, die es in Ägypten jemals gegeben habe. Sisi sei ein tief religiöser Mensch und gelte als nicht korrupt. Während der Massendemonstrationen gegen die Muslimbrüder im Sommer 2013 habe er besonnen gehandelt. Für die Christen sei wichtig, dass Sisi die Sicherheit wieder herstellen wolle. Die Muslimbrüder hätten allein im letzten August 63 christliche Kirchen niedergebrannt. Außerdem habe Sisi signalisiert, dass es künftig keine Probleme mehr mit Baugenehmigungen für Kirchen geben werde. Mit Sisi verbinde sich auch die Hoffnung auf ein Ende der Diskriminierung von Christen bei der Besetzung neuer Stellen in der Verwaltung, der Regierung und an den Universitäten. Die meisten der 83 Millionen Ägypter sind Muslime. Die schätzungsweise bis zu zehn Millionen orthodoxen Kopten bilden die größte Kirche. Hinzu kommen etwa 300.000 Mitglieder der koptisch-evangelischen Kirche, 200.000 Katholiken, mehr als 100.000 Mitglieder von Pfingstgemeinden, Brüdergemeinden und anglikanischen Gemeinden sowie 40.000 Griechisch-Orthodoxe.