04.04.2015
Korea: Ostern für die Wiedervereinigung beten
Christen in beiden Teilen des Landes rufen zur Fürbitte auf
Korea: Ostern für die Wiedervereinigung beten
Christen in beiden Teilen des Landes rufen zur Fürbitte auf
Pjöngjang/Seoul (idea) – Zum Gebet für die Wiedervereinigung Koreas rufen Christen in beiden Teilen des Landes auf. Jedes Jahr am Osterfest veröffentlichen der südkoreanische Nationalen Kirchenrat (NCCK) und die nordkoreanische Christliche Föderation (KFC) ein gemeinsames Gebet und rufen Christen in aller Welt auf, sich daran zu beteiligen. In Deutschland empfiehlt unter anderem die Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), dieses Anliegen aufzunehmen. Wenn es am Ort Kontakte zu koreanischen Christen oder Gemeinden gebe, biete es sich an, ihnen das Gebet bekanntzumachen, so der Korea-Beauftragte der EmK, Jürgen Blum (Kirchhain bei Marburg).
Seit 70 Jahren geteilt
Wie es in dem Gebet der Koreaner heißt, sind 70 Jahre vergangen, „seit sich die Freude über die Unabhängigkeit in der Schmerz der Teilung verwandelt hat“. 1945 wurde Korea von der japanischen Besatzung befreit; das Jahr markiert aber auch den Anfang der bis heute anhaltenden Teilung. Gemeinsam beten die koreanischen Christen im Süden und Norden darum, „dass das Feuer der Vergebung und Versöhnung in unserem ganzen Volk zu brennen beginnt“. Weiter bitten sie Gott: „Bring das neue Leben der Auferstehung in dieses geteilte Land!“
Scharfe Verfolgung im Norden
Nord- und Südkorea sind aus christlicher Sicht höchst unterschiedlich. Während der westlich orientierte Süden zu den Ländern mit dem größten Wachstum der christlichen Bevölkerung zählt, ist der kommunistisch regierte Norden das Land mit der schärfsten Verfolgung. Christen gelten als Staatsfeinde, weil sie Gott verehren und nicht den Diktator Kim Jong Un. Beobachter schätzen, dass mindestens 30.000 Christen in Straflagern eingesperrt sind. Offiziellen Angaben zufolge sind von den 24 Millionen Einwohnern Nordkoreas etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Es gibt vier staatlich kontrollierte Kirchen. Etwa 100.000 Christen leben im Untergrund. In Südkorea sind von den 48,5 Millionen Einwohnern 31 Prozent Christen. Die meisten – 23,8 Prozent der Bevölkerung – sind Evangelikale. 31 Prozent der Südkoreaner gehören keiner Religion an, 23,7 Prozent sind Buddhisten und sieben Prozent Anhänger von Stammesreligionen. Hinzu kommen kleine Gruppen anderer Religionen.
Südkoreanische Christen verhaftet
Unterdessen ist die Identität von zwei südkoreanischen Christen bekannt geworden, die Nordkorea Ende vorigen Jahres unter dem Verdacht der Spionage festgenommen hat. Es handelt sich um den Pastor der reformierten Presbyterianischen Kirche Kim Kuk Gi und den Christen Choe Chun Gil. Nach Angaben der Kirche kümmerte sich Kim seit 13 Jahren um Nordkoreaner, die in die chinesische Grenzstadt Dandong geflohen sind. Er habe auch Nudel-, Tofu- und Nähmaschinen nach Nordkorea gebracht. Die Kirche hat bisher ohne Erfolg die Freilassung der beiden Männer verlangt. Nordkorea behauptet, dass sie sich an einer Diffamierungskampagne gegen das Land beteiligt hätten.