18.04.2015

Iran: Regierung geht hart gegen Christen vor

(HMK) Christen im Iran werden immer noch regelmäßig verhaftet und drangsaliert – trotz des Versprechens vom iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani, Gerechtigkeit für religiöse Minderheiten walten zu lassen. Das stellt ein gemeinsamer Bericht zweier britischer Parlamentariergruppen, der „APPG Christen“ und der „APPG für Religionsfreiheit“, fest.

„Alle Iraner sollen merken, dass Gerechtigkeit herrscht. Gerechtigkeit heißt Chancengleichheit. Alle Ethnien, alle Religionen, auch religiöse Minderheiten, müssen Gerechtigkeit spüren“, zitiert dieser Bericht Rouhani während seines Wahlkampfes im Jahr 2013.

„In Wirklichkeit interpretiert das Rechtswesen nach wie vor legitime christliche Aktivitäten (wie zum Beispiel private Treffen zum Gebet und Bibelstudium oder auch das Kontaktieren von Christen außerhalb des Irans) als politische Aktivitäten, die die nationale Sicherheit des Iran bedrohen würden“, heißt es weiter darin. „Deshalb werden Christen immer noch langen Haftstrafen und körperlicher Züchtigung ausgesetzt.“

Christen mit muslimischen Hintergrund am stärksten verfolgt

Christen mit muslimischem Hintergrund sind am stärksten betroffen. Gottesdienste auf Persisch sind immer noch verboten. Nur armenische oder assyrische Minderheiten dürfen offiziell Gottesdienste abhalten, nicht aber auf Persisch, obwohl der Großteil unter ihnen im Iran geboren und aufgewachsen ist. 

„Die iranische Verfassung erkennt christliche Minderheiten an,“ erklärt Mohammad Zamir von Elam Ministries. „Das Problem ist die Konversion von Iranern. Die Regierung ist sehr besorgt wegen der vielen Bekehrungen … Tausende und Hunderttausende von Iranern konvertieren zum Christentum.“

Sadeq Saba, Redakteur von „BBC Persian“, erklärte bei einer Anhörung im Dezember, dass Iraner sich als Reaktion auf die Unterdrückung durch das Regime zum Christentum bekehren. „Viele Iraner sind vom Islam enttäuscht, wenn sie sehen, was die iranische Regierung in dem Namen dieser Religion tut“, so Saba. „Die Menschen konvertieren zum Christentum oder anderen Religionen – das ist es, was der Regierung zu gefährlich wird. Die schweren Bestrafungen sind ein Versuch, die Situation zu kontrollieren.“

Zahlreiche Gläubige hinter Gittern

Der Bericht schätzt, das Ende letzten Jahres 92 Christen im Iran im Gefängnis waren, während 18 weitere Gläubige dieses Jahr hinter Gitter sitzen.

UN-Sonderberichterstatter Ahmed Shaheed sagte diese Woche in einer Erklärung, dass der Iran zwar zwei internationale Abkommen unterzeichnet hat, die sich klar für Religionsfreiheit aussprechen, und „dieses Recht auch in der iranischen Verfassung verankert ist“, andere Maßnahmen aber systematisch dieses Schutzrecht für Minderheiten einschränken oder ganz negieren würde.

World Watch Monitor und HMK