20.04.2015
Nordkorea: Hunger und Christenverfolgung
Etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt
Berlin (idea) – Hunger ist in Nordkorea ein großes Problem. Darauf hat der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, aufmerksam gemacht. Er sprach am 20. April in Berlin mit nordkoreanischen Christen über die Verfolgungssituation in ihrem Land. Kauder zufolge sollte das kommunistische Regime nicht mit Geldzahlungen stabilisiert werden. Es gelte, den Hunger in Nordkorea durch Hilfslieferungen zu bekämpfen, die direkt durch Nichtregierungsorganisationen verteilt werden. Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge leiden etwa 70 Prozent der 25 Millionen Nordkoreaner an Hunger. Die UN hatte Anfang April angekündigt, umgerechnet etwa 100 Millionen Euro zu sammeln, um Nordkoreaner mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und anderen lebensnotwendigen Gütern zu versorgen. In Nordkorea kommt es immer wieder zu Hungersnöten, die durch Überschwemmungen, Dürren sowie Missmanagement verstärkt werden. Mitte und Ende der 90er Jahre starben Schätzungen zufolge Hunderttausende Nordkoreaner an Unterernährung.
Umerziehungslager an Grausamkeit kaum zu überbieten
Nach den Worten Kauders ist es sehr schwer, über Nordkorea zuverlässige Informationen zu bekommen. So gebe es in der Hauptstadt Pjöngjang zwei vom Staat betriebene christliche Gemeinden als Vorzeigeprojekte. Diese sollten zeigen, dass christliches Leben in Nordkorea erlaubt sei. Der Besucher bekomme etwas vorgeführt, was nicht der Wirklichkeit entspreche. Menschen, die nicht der vorgeschriebenen Weltanschauung entsprechend lebten, kämen in Umerziehungslager, die an Grausamkeit kaum zu überbieten sind, so Kauder. Laut dem Vorsitzenden des Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Heribert Hirte, existiert in Nordkoreas Untergrundkirchen in einem großen Umfang christliches Leben. Die Verbreitung des Evangeliums werde etwa durch christliche Radio- und Fernsehstationen aus Südkorea und China gefördert. Der Empfang dieser Sender stehe jedoch unter Strafe. Christen gelten in Nordkorea als Staatsfeinde, weil sie Gott verehren und nicht den Diktator Kim Jong-un. Beobachter schätzen, dass mindestens 30.000 Christen in Straflagern eingesperrt sind. Offiziellen Angaben zufolge gibt es in Nordkorea etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Laut der christlichen Hilfsorganisation Open Doors leben etwa 300.000 Christen im Untergrund. Auf dem von Open Doors erstellten „Weltverfolgungsindex“ steht Nordkorea seit 13 Jahren an erster Stelle, da die Diktatur Christen besonders grausam behandelt.