25.04.2015
Deutschland: Kirchenparlament verurteilt Christenverfolgung
Kurhessen-Waldeck: Synode solidarisiert sich mit zum Tode verurteilter Christin
Deutschland: Kirchenparlament verurteilt Christenverfolgung
Kurhessen-Waldeck: Synode solidarisiert sich mit zum Tode verurteilter Christin
Morschen (idea) – Die Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck setzt sich für verfolgte Christen ein. Sie verabschiedete am 25. April im Kloster Haydau in Morschen bei Melsungen (Nordhessen) eine Erklärung, in der sie die Politiker auffordert, sich noch nachdrücklicher für die Religionsfreiheit in den betroffenen Ländern einzusetzen. Immer mehr Christen seien gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, etwa im Vorderen Orient, wo das Christentum entstanden sei und über zwei Jahrtausende die Geschichte und Kultur mitgeprägt habe. Die Synode bittet insbesondere darum, die diplomatischen und politischen Anstrengungen zur Freilassung der bereits 2009 wegen angeblicher Lästerung des Islam zum Tode verurteilten pakistanischen Christin Asia Bibi zu verstärken. Die Tagelöhnerin hatte auf Anweisung eines Landbesitzers Wasser für Feldarbeiterinnen geschöpft. Doch diese weigerten sich zu trinken, weil das Gefäß durch die Christin „unrein“ geworden sei. Sie beschuldigten die Mutter von fünf Kindern, den Islam beleidigt zu haben. Ein Jahr später verhängte ein Gericht in Nankana (Provinz Punjab) aufgrund des pakistanischen Blasphemiegesetzes die Todesstrafe. Das durch Erhängen zu vollstreckende Urteil wurde im Oktober vom Berufungsgericht in Lahore bestätigt. Jetzt kann nur noch das Verfassungsgericht die Hinrichtung verhindern. Nach Ansicht von Menschenrechtsorganisationen ist der wahre Grund, dass sich Bibi weigert, dem christlichen Glauben abzuschwören.
Asia Bibis Tochter Gast auf der Synode
Bibis Tochter Eisham Ashiq war mit Joseph Nadeem, dem Direktor einer christlichen Schule in Lahore, auf der kurhessen-waldeckischen Synode zu Gast. Laut Nadeem steht Bibis Schicksal. exemplarisch für die bedrohte Lage aller Christen in Pakistan. Das Blasphemiegesetz werde oft dazu benutzt, die christliche Minderheit zu unterdrücken und Christen zu töten. Nadeem bat die Synode, für Bibi und ihre Familie zu beten und sich für die Rechte der Christen in Pakistan einzusetzen. Von den 174 Millionen Einwohnern sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.