26.04.2015

Nepal: Christen eilen Nepalesen zur Hilfe

Erdbeben: Hilfswerke haben Projekte in dem hinduistischen Himalaja-Staat

Nepal: Christen eilen Nepalesen zur Hilfe

Erdbeben: Hilfswerke haben Projekte in dem hinduistischen Himalaja-Staat

Kathmandu (idea) – Von der Erdbebenkatastrophe in Nepal sind auch Krankenhäuser und Entwicklungsprojekte christlicher Hilfsorganisationen betroffen. Teams mehrerer Hilfswerke eilen in den hinduistisch geprägten Himalaja-Staat, um Überlebenden zu helfen und Verschüttete zu bergen. Am 24. April hatte ein Beben mit der Stärke 7,9 die Region erschüttert; zwei Tage später folgte ein Nachbeben der Stärke 6,7. Mindestens 2.200 Menschen kamen in Nepal ums Leben; die Zahl der Todesopfer steigt weiter an. Auch Nachbarstaaten sind betroffen: In Indien starben bisher rund 50 Menschen, in Tibet etwa 20 und vier in Bangladesch. In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu sind zahlreiche Gebäude eingestürzt; die Strom- und Telefonversorgung ist teilweise zusammengebrochen. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen. Ein adventistisches Krankenhaus in Benpa, 15 Kilometer östlich der Hauptstadt, kann der Flut der Patienten kaum noch Herr werden. Die Einrichtung hat 150 Betten. Hunderte Verwundete müssen im Freien behandelt werden. Erste Hilfsmaßnahmen haben auch die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe gestartet. Ein Erkundungsteam der Johanniter bricht am 26. April von Frankfurt am Main aus in das Gebiet auf.

Die Menschen „weinen, schreien und beten“

Das adventistische Hilfswerk ADRA und die christlich-humanitäre Organisation World Vision betreiben seit Jahren in Nepal Entwicklungsprojekte und können daher schnell Hilfe leisten. World Vision ist in Lamjung, etwa 180 Kilometer von Kathmandu entfernt, tätig. „Die Infrastruktur ist in der gesamten Stadt betroffen. Es gibt keine Stromversorgung und kaum Internetempfang“ sagt Philip Ewert, Direktor von World Vision Nepal. Das Hilfswerk ist mit 205 Mitarbeitern in 17 Gegenden Nepals vertreten. Ein Schwerpunkt ist die Katastrophenvorsorge. Ein Team von World Vision befand sich am Flughafen der Hauptstadt, als die Erde bebte. Der Mitarbeiter Sunjuli Kunwar erlebte das Beben bei einem Fußballspiel: „Das ganze Stadion hat sich bewegt. Die Menschen liefen nach draußen und konnten sich kaum auf den Beinen halten wegen des Bebens. Viele sind gestürzt und haben sich dabei verletzt.“ Die Menschen seien verängstigt, so World-Vision-Mitarbeiter Deepesh Paul Thakur: „Sie weinen, schreien und beten. Die Nachbeben kommen immer wieder, es ist wirklich furchtbar.“ Ein Team von Katastrophen-Experten des internationalen Hilfswerks habe sich auf den Weg nach Nepal gemacht.

Christentum fasst langsam Fuß in Nepal

Von den 27,8 Millionen Einwohnern des Himalaja-Staates sind 75 Prozent Hindus, 16 Prozent Buddhisten, fünf Prozent Christen und vier Prozent Muslime. Nepal war bis ins 20. Jahrhundert hinein ein weithin von der Außenwelt abgeschlossenes hinduistisches Königreich. Christliche Missionswerke durften nur als humanitäre Hilfsorganisationen tätig sein. Sie bauten Schulen und Krankenhäuser. Das Christentum fasste erst Fuß, als Nepalesen in den britischen und indischen Streitkräften Dienst taten, dabei zum Glauben an Jesus Christus kamen und zu ihren Familien heimkehrten. Ähnliches ereignete sich mit jungen Nepalesen, die im Ausland studierten, dort Christen wurden und wieder in ihr Land zurückkehrten. 2006 wurde der Hinduismus als Staatsreligion offiziell abgeschafft.