28.04.2015
Nepal: Waisenkinder erleben Bewahrung
Sie konnten sich retten, bevor Gottesdiensträume einstürzten
Kathmandu (idea) – Inmitten der Erdbebenkatastrophe in Nepal haben Christen Bewahrung erlebt. Das berichtete die evangelikale Organisation „Hilfe für Nepal“ (Altensteig/Nordschwarzwald), die gemeinsam mit einheimischen Partnern in der Hauptstadt Kathmandu ein Waisenhaus unterhält. Die 24 Kinder hatten während des Bebens am 25. April an einem Gottesdienst teilgenommen. Sie hätten sich aus den kirchlichen Räumen retten können, bevor diese eingestürzt seien, teilte das Hilfswerk mit, das insgesamt 65 Waisenkinder in Nepal unterstützt. Das Waisenhaus stehe zwar noch, sei aber schwer beschädigt. Die Behörden des Himalaya-Staates gehen davon aus, dass das Erdbeben mehr als 5.000 Menschenleben gekostet hat. Die Regierung befürchtet bis zu 10.000 Tote. „Hilfe für Nepal“ hatte schon vor der Katastrophe damit begonnen, Spenden für den Bau eines erdbebensicheren Waisenhauses zu sammeln. Die Pläne dafür seien von Masterstudierenden der Hochschule für Architektur Biberach um Prof. Max Rimmel erstellt worden, so das Werk. Die Dringlichkeit des Projekts habe sich durch das schwere Beben drastisch erhöht. „Hilfe für Nepal“ unterstützt nach eigenen Angaben Partner in Nepal mit Geldspenden, um Notunterkünfte und medizinische Hilfe zu finanzieren.
Medair-Team will zu entlegenen Dörfern vordringen
Auch andere Hilfswerke haben damit begonnen, den Opfern beizustehen. Die christliche Organisation Medair entsandte ein Spezialistenteam für Notunterkünfte, Gesundheit und Logistik. „Wir sorgen uns besonders um die Familien in den Bergdörfern. Sie sind isoliert und von Hilfe abgeschnitten“, sagte Romy Schneider vom deutschen Medair-Büro in Dortmund. Das Nothilfe-Team werde versuchen, zu entlegenen Dörfern vorzudringen, so dessen Leiter, der Schweizer Manuel Jagourd (Ecubles bei Lausanne). Medair will nach eigenen Angaben zunächst ermitteln, was die Betroffenen benötigen und sie mit lebenswichtigen Gütern und Ausrüstungen für Notunterkünfte versorgen. Das Team wird auch Erste-Hilfe-Sets verteilen. Die Organisation Hoffnungszeichen (Konstanz) schickte zwei Mitarbeiterinnen nach Kathmandu, die Hilfsmaßnahmen einleiten sollen. Das Werk stellte 50.000 Euro bereit, um eine Erstversorgung mit Trinkwasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Plastikplanen zu ermöglichen.