29.04.2015

Nigeria: Armee befreit knapp 300 Mädchen und Frauen

Es soll sich aber nicht um die vor einem Jahr entführten Schülerinnen handeln

Nigeria: Armee befreit knapp 300 Mädchen und Frauen

Es soll sich aber nicht um die vor einem Jahr entführten Schülerinnen handeln

 


Abuja (idea) – Die nigerianische Armee hat eigenen Angaben zufolge knapp 300 Mädchen und Frauen aus der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) befreit; dabei soll es sich allerdings nicht um die vor über einem Jahr in Chibok (Bundesstaat Borno) entführten Schülerinnen handeln. Die Soldaten holten 200 Mädchen aus einem Lager der Terrormiliz. Außerdem gelang es ihnen, bei einem Anti-Terror-Einsatz im Sambisa-Wald im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes 93 Frauen zu retten. Laut nigerianischen Medienberichten zerstörten die Streitkräfte dabei drei Lager der Islamisten. Die befreiten Geiseln seien sehr schwach gewesen und würden nun befragt, um ihre Identität festzustellen, hieß es.
Seit 2009 hat Boko Haram 14.000 Menschen getötet
Am 14. April 2014 hatten Boko Haram-Kämpfer 276 überwiegend christliche Schülerinnen aus einem Internat in Chibok verschleppt; 57 konnten entkommen, von den übrigen fehlt jede Spur. Sie wurden nach Berichten von Entflohenen fast täglich vergewaltigt oder als Sex-Sklavinnen an Muslime verkauft. Alle Bemühungen, die Geiseln zu befreien, sind bislang fehlgeschlagen. Die Terrormiliz Boko Haram kämpft im Nordosten Nigerias sowie Teilen der Nachbarländer für die Errichtung eines Kalifats, in dem sie das islamische Religionsgesetz Scharia mit brutalsten Mitteln durchsetzt. Schätzungen zufolge haben die Extremisten seit 2009 mehr als 14.000 Menschen getötet. Der neu gewählte Präsident Muhammadu Buhari, ein Muslim, hat angekündigt, gegen die Terrorgruppe Boko Haram vorzugehen. Von den 173 Millionen Einwohnern des westafrikanischen Landes sind etwa 50 Prozent Muslime und 48 Prozent Kirchenmitglieder. Die übrigen sind Anhänger von Naturreligionen. Die Christen leben meist im Süden und die Muslime im Norden.