10.08.2015
Namibia: Deutschland hat eine historische Verantwortung
Namibia für Völkermord entschädigen
Windhuk (idea) – Deutschland hat gegenüber Namibia, dem früheren „Deutsch-Südwestafrika“, eine historische Verantwortung. Die Bundesrepublik kann ihr am besten gerecht werden, wenn mit finanziellen Entschädigungen für die Verbrechen der Kolonialzeit die heutige Armut bekämpft wird. Diese Meinung vertritt Oberkirchenrat Ulrich Möller (Bielefeld) von der Evangelischen Kirche von Westfalen. Er gehört zu einer achtköpfigen Delegation der Landeskirche, die bis zum 18. August in Namibia und Südafrika unterwegs ist. Deutsche Truppen hatten zwischen 1904 und 1908 etwa 85.000 Angehörige der Stämme Herero und Nama ermordet. Viel zu lange sei in Deutschland von den Opfern einer „Rebellion“ gesprochen worden, so Möller. Der Befehl des Generals Lothar von Trotha habe aber auf die Vernichtung der beiden Volksgruppen gezielt. Der Oberkirchenrat sprach sich bei einer Diskussionsveranstaltung in der namibischen Hauptstadt Windhuk für Verhandlungen zwischen Deutschland und dem afrikanischen Land unter Einbeziehung von Vertretern der Herero und Nama aus. Ferner begrüßte Möller, dass die Bundesregierung das Massaker seit diesem Sommer offiziell als Völkermord bezeichnet.