14.08.2015

IS: Terror auch mit Lösegeldern finanziert

Etwa 90.000 Euro werden für eine Geisel verlangt

IS: Terror auch mit Lösegeldern finanziert

Etwa 90.000 Euro werden für eine Geisel verlangt

London (idea) – Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) finanziert ihre Kämpfe für ein „Kalifat“ im Nahen und Mittleren Osten auch mit Lösegeldern. Nach Angaben des assyrischen Menschenrechtsnetzwerkes AHRN (London) werden für jede freigelassene Geisel 100.000 US-Dollar (90.000 Euro) verlangt. Gegen diese Summe habe IS jetzt in Syrien 22 Personen, darunter 14 Frauen, auf freien Fuß gesetzt. Sie gehören zu einer Gruppe von mehr als 200 Christen, die die Terroristen Ende Februar aus 35 Dörfern am Fluss Khabur entführt hatten. Die Freilassung sei das Ergebnis langwieriger Verhandlungen der Apostolischen Kirche des Ostens, so AHRN.

Jüdischer Unternehmer kauft Kinder frei

Entführte Kinder lässt IS offenbar gegen ein geringeres Lösegeld frei. Wie die britische katholische Zeitung „The Tablet“ berichtet, hat der kanadische jüdische Unternehmer Steve Maman 120 christliche und jesidische Mädchen freigekauft. Die Zahlungen beliefen sich nach seinen Angaben pro Kind auf 1.000 bis 3.000 US-Dollar (900-2.700 Euro). Maman bedient sich syrischer Unterhändler. Der Unternehmer begründet sein Handeln so: „Wir Konsumenten geben viel Geld für technisches Spielzeug aus. Warum verwenden wir dieses Geld nicht, um Leben zu retten?“ IS hat seit Juni 2014 Hunderttausende Christen, Jesiden und gemäßigte Muslime aus dem Nordirak und Syrien vertrieben. Wer sich widersetzt, muss damit rechnen, gekreuzigt, geköpft oder vergewaltigt zu werden. Mädchen und Frauen werden als Sexsklavinnen auf Märkten verkauft.