15.08.2015

Weltweit: Keine Religion ist einer anderen überlegen

Ökumene: Christen und Buddhisten wollen „ergänzende Weisheit“ miteinander teilen

Weltweit: Keine Religion ist einer anderen überlegen

Ökumene: Christen und Buddhisten wollen „ergänzende Weisheit“ miteinander teilen

Bangkok (idea) – Christen und Buddhisten haben sich in Thailand darüber ausgetauscht, in welchem Zusammenhang Religion, Geschlechtergerechtigkeit, Sexualität und Macht stehen. Bei der Konferenz, die Ende Juli in Bangkok stattfand, arbeiteten der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und buddhistische Gemeinschaften zusammen. Wie es im Abschlussbericht heißt, wolle man sich künftig unter anderem mit der Frage beschäftigen, wie man auf Lehren reagiere, die „den Reichtum des interreligiösen Dialogs einengen“. Wörtlich heißt es weiter: „Wir laden dazu ein, die sich ergänzende Weisheit miteinander zu teilen und in die Quellen lebendigen Wassers einzutauchen, wo sich zum Beispiel Meditation und soziales Engagement miteinander verbinden.“ Keine Religion sei einer anderen überlegen.

Eros in der Theologie

Während der Tagung beschäftigten sich die Teilnehmer unter anderem mit dem Thema „Religion, Körper und Macht“. Dabei ging es um eine kritische Bestandsaufnahme der Haltungen zur menschlichen Sexualität in Kirche und Theologie sowie um die Wiederentdeckung des Eros in der Theologie. Auch ging es um den Abbau von Diskriminierungen gegenüber Homo-, Trans- und Inter-Sexuellen. Im Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit wollten die Tagungsteilnehmer buddhistische Traditionen neu entdecken. So besuchten sie den ersten von Nonnen geführten buddhistischen Tempel. Ebenfalls informierten sich die Teilnehmer in einem christlichen Zentrum, das Menschen hilft, die von der Sex-Industrie missbraucht werden.