18.08.2015

Zypern: Kirche im türkischen Teil wiedereröffnet

Nach 41 Jahren können Orthodoxe dort wieder Gottesdienst feiern

Zypern: Kirche im türkischen Teil wiedereröffnet

Nach 41 Jahren können Orthodoxe dort wieder Gottesdienst feiern

Palekythro (idea) – Im türkisch kontrollierten Teil der Mittelmeerinsel Zypern ist eine orthodoxe Kirche wiedereröffnet worden. Nach 41 Jahren konnten die Christen in der 1896 errichteten Kirche der Jungfrau Maria im Ort Palekythro erstmals wieder Gottesdienst feiern. 1974 hatte türkisches Militär den Nordteil der Insel besetzt. Seither ist die Insel faktisch geteilt in die Republik Zypern und die Türkische Republik Nordzypern, die jedoch nur von der Türkei anerkannt wird. Dazwischen besteht eine von der UN kontrollierte Pufferzone. Am Gottesdienst in der neu eröffneten Kirche nahmen etwa 400 Besucher teil. Bischof Porfyrios von Neapolis zelebrierte die Liturgie. Unter den Anwesenden war der Regionalmufti von Kyrenia, Imam Fuat Tosun. Der Bischof dankte ihm für sein Engagement für die Wiederaufnahme der Gottesdienste. Dies war früher von den türkischen Behörden verweigert worden. Die Übereinkunft kam mit Hilfe des für Religion zuständigen Teils des Zyprischen Friedensprozesses unter Schirmherrschaft der schwedischen Botschaft zustande.

Bischof und Imam hoffen weiter auf Frieden

Imam Tosun und Bischof Porfyrios riefen alle Zyprioten auf, nicht in der Hoffnung auf ein Ende des Konflikts und auf Wiedervereinigung nachzulassen. „Mit Gottes Hilfe ist Frieden möglich, sagte der Bischof. Der Imam ergänzte: „Gott wird Christen und Muslimen helfen, zusammenzuarbeiten und Zypern Frieden zu bringen.“ Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf würdigte die Öffnung der Kirche als ein wichtiges Zeichen für Frieden und Versöhnung. Von den rund 1,1 Millionen Einwohnern Zyperns leben knapp 300.000 im Norden und 800.000 im Süden. Etwa 77 Prozent sind orthodoxe Kirchenmitglieder. Muslime stellen 21 Prozent. Ein Prozent sind Katholiken; der Rest gehört anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften an. Es gibt etwa 5.000 Evangelikale in annähernd 30 Gemeinden.